Mr. & Mrs. Smith Special Edition Unzensiert (Director’s Cut) im Steelbook
Beteiligter:
Doug Liman (Regisseur)
Meine Meinung:
Während der ersten zehn Minuten erklärt Liman was ein Director’s Cut ist, was ein Director’s Cut für ihn bedeutet, blablabla… und der Film läuft nebenbei, ohne das ihm Beachtung geschenkt wird. Für einen kurzen Moment bezieht er sich dann auf die gerade laufende Szene, fängt aber kurz darauf an über die Bourne Identität (ein Thema, das ständig wieder aufgegriffen wird) zu reden, bevor er zum Glück zu den aktuell laufenden Szenen zurückfindet.
Die vielen Details im Haushalt (Abwasch, Einrichtung, Kochen, Essen,…) waren ihm sehr wichtig, weshalb Doug Liman sehr viele Worte darüber verliert und über fast nichts anderes spricht wenn die Smiths sich in ihrem trauten Heim befinden.
Zwischendurch hält er einen Talk über das „F-word“ und dessen Verwendung im Film, da es in einer amerikanischen FSK13-Version nur ein Mal vorkommen darf, was den Regisseur dazu zwingt sich für eine einzige Fuck-Szene zu entscheiden… ![]()
Quasi allseits bekannt ist, dass Doug Liman in diesem Film vor allen anderen Dingen die Beziehung zwischen Jane & John Smith darstellen wollte. Der Director’s Cut fokussiert diese daher nicht nur stärker, sondern beschränkt sich sogar darauf. In der unzensierten Version ist kein B-Plot enthalten und bis auf eine Szene (in der eher Vince Vaughn im Vordergrund steht) dreht sich immer alles um Mr. & Mrs. Smith; von ihrem Verhältnis wird zu keiner Zeit abgewichen. Dass der Fokus sich in der Kinoversion etwas verschoben hat, erklärt Liman damit, dass man davon ausging, dass es für ein Ppcorn-Movie bzw. „Summer Movie“ unpassend sei. Es wurde befürchtet, der Director’s Cut könne von einem Großteil des Publikums als zu langweilig und beziehungsbasiert empfunden werden.
Fast keine Szene in dem Film wurde dort gedreht, wo sie tatsächlich spielt, unter anderem weil das Budget des Films sehr begrenzt war. Um die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel und einige damit verbundene „Sparmaßnahmen“ redet der Regisseur ebenfalls recht häufig.
Liman sagt passagenweise ständig „Ähm“ und „Äh“ und macht damit teilweise sogar Edmund Stoiber Konkurrenz. Auch wiederholt er sich relativ oft. In diesen Abschnitten des Kommentars wird es schwierig am Ball zu bleiben und nicht abzuschalten.
Die Lieblingsszenen des Regisseurs sind das tödliche Essen und der Kampf von John und Jane. Seine zweitliebste Szene – auf deren Organisation und Choreographie er sehr stolz ist – ist die im Restaurant.
Der Informationsgehalt des Films ist eigentlich eher hoch, dadurch dass die Informationen nicht sehr breit gefächert, sondern oft sehr einseitig sind und dazu noch staubtrocken dargeboten werden, gibt es an dieser Stelle deutlichen Punktabzug.
Doug Liman ist im Prinzip durchaus motiviert, leider schafft er es jedoch nicht, dem Zuschauer/-hörer diese Motivation zu verkaufen und zu vermitteln. Das führt dazu, dass der ganze Kommentar eher langweilig ist und es einfach nicht schafft den vor dem Fernseher sitzenden Zuschauer mitzureißen oder gar aus dem Sessel zu hauen.
Im gleichbleibenden, tendenziell eher langweiligen, Ton von Limans Stimme, die es teilweise schwierig macht weiter zuzuhören, werden die im Film vorhandenen witzigen Szenen totgeredet. Lachen kann man hier nicht und selbst das Schmunzeln wird zu einem echten Kraftakt. Daraus resultierend wäre der Fun-Faktor vielleicht, eventuell irgendwo im Keller zu finden… – wenn man danach suchen würde.
Fazit:
Gut, schön und nachvollziehbar, dass ein Director’s Cut vom Director kommentiert wird, dennoch sind Audiokommentare mit mehreren Beteiligten einfach interessante und amüsanter. Es gibt bestimmt Leute, die auch ohne Mitwirken anderer Beteiligter einen Audiokommentar zu einem Kracher machen können, Doug Liman gehör leider nicht dazu.
Wirklich schade, da mir persönlich der Director’s Cut besser gefällt als die Kinoversion und ich mich was Schnitt und Plot angeht geschmacklich mit Liman auf einer Welle befinde.
Meine Wertung:
Informationsgehalt: 6,5/10
Fun-Faktor: 0,1/10
Enthusiasmus der Beteiligten: 5/10










1 Antwort zu „Mr. & Mrs. Smith Unzensiert / Director’s Cut (2005) – Audiokommentar“