Archiv für 1. Mai 2008

Die purpurnen Flüsse (2000)

Die Purpurnen Flüsse
erhältlich als Einzel-DVD, als Limited Collector’s Edition im 2-Disc-Metalpack und in der Die Purpurnen Flüsse I&II Colector’s Box

Die Umsetzung seines Buches als Drehbuch nahm mein Lieblingsautor Jean-Christophe Grangé zum Glück selbst in die Hand. Geminsam mit Matthieu Kassowitz, der nicht nur am Drehbuch mitwirkte, sondern auch Regie führte, schafft Grangé es wirklich perfekt sein Werk in einen packenden Fim zu verwandeln. Der Inhalt des – sehr detail- und handlungsstrangreichen – Buches wird hier komprimiert und reduziert und einige kleine Begebenheiten werden abgeändert, um sie filmisch zugänglicher zu gestalten. Änderungen und Kürzungen werden genau an den richtigen Stellen vorgenommen und lassen dem Film so genügend Material.

Der pariser Kommissar – und unter seinesgleichen bekannter “Superbulle” – Pierre Niémans, gespielt von Jean Reno, wird in die zwischen mehreren Glätschern der Alpen gelegene Universitätsstadt Guernon gerufen, um einen Mord aufzuklären, wie er den lokalen Behörden noch nie zuvor untergekommen ist. Die verstümmelte Leiche des Bibliothekars der Universität weist nicht nur Folterspuren auf, sondern markiert für Niémans auch den Anfang einer Schnitzeljagd: der Killer platziert gezielt Hinweise in seinen Opfern, um den Kommissar auf einem bestimmten Weg dazu zu bringen, die unglaublichen Geiheimnisse der elitären Universität ans Licht zu bringen.
Gleichzeitig untersucht Lieutnant Max Kerkérian, ein Polizist mit dunkler Vergangenheit, der von Vincent Cassel verkörpert wird, in seinem kleinen Kaff Sarzac die Schändung eines Grabes und einen Einbruch in die örtliche Grundschule. Als Kerkérian herausfindet, dass die beiden Taten zusammenhängen, verfolgt er die Spur weiter bis sie ihn nach Guernon führt, wo sich die Wege der beiden Polizisten kreuzen.
Gemeinsam machen sie sich nun daran, die Wahrheit über vermeindliche Teufel, Elite und Methoden des Ortes und der Bildungsstätte Stück für Stück aufzudecken. Die Vielzahl von Beteiligten an einem monströsen Komplott wirft ihnen hierbei allerdings Steine und Berge in den Weg…

Der Film schafft es eine unglaubliche Spannung aufzubauen und lässt den Zuschauer ungeduldig darauf warten, dass der Zusammenhang zwischen den sich parallel abspielenden Geschichten endlich ersichtlich wird. Der (mehr-, nicht einmalige) Wechsel zwischen Guernon und Sarzac, Niémans und Kerkérian baut zusätzliche Spannung auf.

Die beiden Hauptrollen treffen wir im Film in der absolut idealen Besetzung an. Jean Reno entspricht genau dem Typ Polizist, den Jean-Christophe Grangé in seinen Büchern beschreibt (siehe auch Das Imperium der Wölfe) und ist somit als Pierre Niémans perfekt geeignet. Auch Vincent Cassel ist die Top-Besetzung für den Dorfpolizisten, der im Dienst kifft, Autos klaut und sich furios prügelt.
Diese Idealbesetzungen sind zugleich ein Traumduo wie es besser nicht zusammenpassen könnte: beide sind gleichgroß, haben eine markante Nase und zeigen Parallelitäten in ihren Charaktereigenschaften als Polizisten: ein knallhartes Team, das einstecken wie auch austeilen kann.

Die düstere Stimmung im von Gletschern umgebenen Tal, in dem Guernon sich befindet, und dass sich deshalb in ständiger Gefahr der Gewalt der Natur befindet, passt extrem gut zur Handlung des Fims. Tagtäglich dieser Bedrohung ausgesetzt, befinden sich unter den Bewohnern der (Universitäts)Stadt auch fast ausschließlich Menschen mit düsteren Charakteren (Hier treffen wir neben Nadia Fares, die als Fanny Ferreira – Gletscherexpertin – die erste Leiche entdeckt, auch den Vater von Vincent, Jean-Pierre, Cassel, der in seiner kleinen Rolle als Augenarzt Dr. Bernard Chernezé glänzen kann). Was die Natur angeht so trägt auch das Wetter, mit viel Regen und Gewitter, sehr passend zur düsteren Stimmung bei.

Grangés Thriller sind immer etwas “disturbing” (ich entschuldige mich für das nicht-deutsche Wort, aber “gestört” trifft es einfach nicht so gut), was sich auch auf den Film auswirkt: halbe Köpfe oder Hundewelpen “in Aspik”, die sich in Augenarztpraxis und Versuchslabor befinden haben einen gewissen Igitt-Faktor, der -in meinen Augen – ekeligste Part des Films wird dem Zuschauer allerdings gleich zu Beginn des Fims im perfekt gefilmten Vorspann geliefert. Als Einstimmung auf alles folgende sind diese Kamerafahrten über den Bibliothekar als Nahaufnahmen zweifellos unübertrefflich gewählt.

Kameraeinstellungen, Schnitt und Vertonung entsprechen dem Film in vollem Umfang und der Soundtrack des Films hätte passender kaum sein können. Er spiegelt die Stimmung des Films extrem gut wieder und wirkt ebenfalls auf den Betrachter ein, unterstreicht die Bilder sehr gekonnt. In einer Szene, im Quartier der Skinheads, greift der Score direkt einen Teil das Geschehen des Films – ein Videospiel – auf, dass sich letztendlich auch eingebettet in den Text Cassels einfindet: ein Zusammenspiel, dass man ohne zu zögern und ohne zu überteiben mit dem Wort “genial” beschreiben kann.

Das Ende des Films ist neu erfunden, basiert nicht auf dem Buch. Für einen Film ist es besser geeignet, passt sich aber nicht 100%ig optimal ein und wirkt deshalb etwas merkwürdig, zumal hier CGIs angewendet werden.

Eine kleine Anmerkung noch: wer der französischen Sprache mächtig ist, sollte sich diesen Streifen unbedingt im O-Ton anschauen…!

Insgesamt ist dieser fesselnde Thriller, der den Zuschauer in die Senke einer ungeahnten Verschwörung mitreißt, vom Anfang bis zum Ende mehr als nur sehenswert. Dem Buch des Autors wird in jeder Hinsicht gerecht. Von der sehr gelungenen Adaption der Animation des Filmkonzerns Gaumont bis zum Ende des Abspanns ist einfach alles stimmig (die Lawine am Ende außen vor gelassen). Große Filme müssen nicht zwingend made in Hollywood sein, Die purpurnen Flüsse ist ein französisches Beispiel dafür. Bestzt ist der Film einfach perfekt und das Team Pierre Niémans (Jean Reno) und Max Kerkérian (Vincent Cassel) ist so schnell nicht zu übertreffen: da sollten sich auch Traumpartner wie Riggs und Murtaugh oder Ernie und Bert noch einen (Ringel)Pullover mehr anziehen.
:D

Der Film bekommt von mir
9,5/10 Punkten (schuld an den -0,5 Punkten ist das Ende…)

DVD bei Amazon

Das entsprechende, superspannende und einfach genial geschriebene, Buch von Jean-Christophe Grangé, dass auch nachdem man den Film gesehen hat sehr zu empfehlen ist, ist übrigens u.a. in der Süddeutschen Zeitung|Bibliothek erschienen und für 4,90€ (Amazon) zu erstehen. Gerade für diesen Preis möchte ich es euch allen unbedingt ans Herz legen!! Vielleicht haben wir danach ja den gleichen Lieblingsautoren…? ;)

Iron Man (2008)

Iron Man
gesehen mit Steffi im PK1 Saarbrücken

Story:
Tony Stark (Robert Downey Jr.) hat eine steile Karriere hinter sich: als Sohn eines Waffenentwicklers und -produzenten baut er mit 4 seinen ersten Schaltkreis und mit 8 seinen ersten Motor. Neun Jahre später machte er seinen Abschluss am MIT und übernahm schließlich im zarten Alter von 21 Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender die Firma seines verstorbenen Vaters, löste damit dessen besten Freund und Mitbegründer des Unternehmens Obadiah Stane (Jeff Bridges) in dieser Position ab.

Fortan führt er einen sehr ausgelassenen Lebenswandel: Frauen, Autos: allen voran der Audi R8, Parties und Scotch. Waffen entwickelt er nebenbei, in Gesellschaft und mithilfe von Robotern, im High-Tech-Keller seines Anwesens. Zu Terminen geht Stark dann, wenn es ihm passt und versetzt hierbei sogar seinen engsten Freund Air Force Piloten Lt. Colonel Jim Rhodes (Terrence Howard).

Dieser Lebnsstil findet sein apbrubtes Ende, als der Army-Convoy, in dem Tony Stark sich nach der Vorführung seiner neuesten Entwicklung – der Rakete “Jericho” – befindet, angegriffen wird. Als neben ihm eine (seiner eigenen) Granaten explodiert, verliert er das Bewusstsein und wird von einer Extremistengruppe namens “zehn Ringe”, die für den Überfall verantwortlich ist, entführt. Als er sich in einer afghanischen Höhle als Gefangener wiederfindet, macht er Bekanntschaft mit dem ebenfalls inhaftierten Dr. Yinsen (Shaun Toub), der ihm als Übersetzer zur Seite stehen soll. Dieser klärt ihn darüber auf, dass sich immernoch Granatsplitter in seinem Brustkorb befänden, die zum Herzen wanderten. Durch den Einbau eines an eine Autobatterie angeschlossenen Elektromagneten gelang es Yinsen allerdings, diesen Prozess zu verlangsamen. Kaum einen Wimpernschlag, nachdem Starck wieder auf den Beinen ist, zwingt ihn der Anführer der Gruppe zum Bau einer Jericho. Als Stark sich weigert, wird er herumgeführt und muss feststellen, dass seine Entführer über eine enorme Menge von Waffen verfügen, die er selbst produziert hat. Sie sollen ihm als Material für die Waffe der neuesten Generation dienen. Mit einem Plan im Hinterkopf beugt Stark sich der Forderung nach der Rakete und baut in der zur Werkstatt umfunktionierten Höhle einen Ersatz für den Elektromagneten und die Autobatterie, wofür er eine jahrelang unbeachtete und dennoch effektive Technologie nutz. Diese Stromquelle in seinem Brustkorb soll außerdem noch einen anderen Zweck erfüllen: circa eine Viertelstunde lang soll sie genügend Energie liefern, um eine Rüstung zu betreiben, die Stark mit Yinsens Hilfe statt der verlangten Raketen baut.

Der Plan geht auf und Stark gelingt nach drei Monaten der Gefangenschaft die Flucht, Yinsen allerdings stirbt an Ort und Stelle und kann so zu seiner verstorbenen Familie zurückkehren. Zurück in seiner Heimat verlangt Stark nur nach zwei Dingen: einem doppelten Cheeseburger (von BurgerKing, nicht von McDoof :D ) und nach einer Pressekonferenz, in der er mitteilt, dass Stark Industries in Zukunft keine Waffen mehr produzieren wird. Die Ereignisse in Afghanistan haben ihm die Augen eröffnet und er nimmt sich vor, der Welt von nun an etwas zu geben, dass nicht zerstört. Die Aktien der Firma verlieren zunehmend an Wert und Stark verbarrikadiert sich in seinem Keller, um sein Geheimprojekt – die Rüstung – weiterzuentwickeln.

Kurz nach dem finalen Test erfährt er, dass seine Firma Waffen unter der Hand verkauft; unter anderem an seine Entführer, die damit ein Dorf in den Bergen Afghanistans ausgelöscht haben. Zu Hause angekommen sieht Stark sich die Medienberichte darüber an und beschließt, seine eigenen Waffen zu zerstören und den Menschen zu helfen. Er fliegt also in seiner Rüstung nach Afghanistan, befreit Dorfbewohner von den Terroristen und zerstört die Waffen, die er finden kann. Auf dem Rückweg ergibt sich ein Zwischenfall mit zwei Kampfjets der USA, was dazu führt, dass Rhodes in Starks Projekt eingeweiht wird.

Außer Jim Rhodes vertraut Tony Stark nur seiner Assistentin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) und niemandem sonst – zurecht wie sich herausstellt. Pepper findet heraus, dass Obadiah Stane für Starks Entführung verantwortlich war. Dieser baut mithilfe von Starks ersten Skizzen und den Trümmerteilen der in Gefangenschaft gefertigten Rüstung einen weiterentwickelten Waffentypen: quasi einen bösen Iron Man.

Es kommt wie es kommen muss, nämlich zum rasanten Endkampf zwischen Stane und Stark. Stark gewinnt und ihm wird am nächsten Morgen von der Presse der Name Iron Man verpasst. Der Geheimdenst Shield beschafft ihm ein Alibi, um alles zu vertuschen, doch Stark kann nicht widerstehen und gibt auf seiner Pressekonferenz zu: “Ich bin der Iron Man”.

Alle, die sich den Film im Kino ansehen, sollten auf jeden Fall bis zum Ende sitzen bleiben, denn es gibt noch eine Szene nach dem Abspann.

Wertung:
Obwohl es sich bei Iron Man nicht um eine Action-Komödie handelt, was angesichts des ernsten Hintergrundes auch unpassend wäre, kann hier durchaus viel gelacht werden. Witzige Dialoge finden z.B. zwischen Stark und seinen Robotern statt. Während der Tests des Anzugs passieren ihm so einige Malheure und seine Kommentare sind teilweise einfach göttlich. So sagt er zum Beispiel, nachdem er die Überschrift des Leitartikels der Zeitung gelesen hat, etwas wie “Iron Man, hört sich gar nicht so schlecht an, obwohl es natürlich purer Schwachsinn ist: der Anzug ist aus einer Gold-Titanlegierung.”

Die 2, 3 traurigen Momente des Films sind so kurz, dass man sie wirklich als Momente – nicht aber als Szenen – bezeichnen kann.

Was ich sehr gut finde ist, dass die Beziehung zwischen Stark und Pepper Potts nicht in den Vordergrund gerückt wird (eine Szene ausgenommen), was in zu vielen Superhelden-Stories der Fall ist. Außerdem ist das Verhältnis der beiden nicht stereotypisch und entwickelt sich deshalb auch nicht erwartungsgemäß, sondern hält für den Zuschauer Überraschungen bereit: die letzte am Ende des Films.

Der Film ist voll von Computereffekten. Die Iron Man-Rüstung wurde super entworfen und punktet deshalb auf Anhieb. Die verschiedenen technischen Geräte, die sich in Starks Werkstatt eingefunden haben sind zwar futuristisch, wirken aber nicht übertrieben oder gar deplatziert. Zu den imposanten CGIs gibt es auch ordentlich was auf die Ohren, was sich nicht nur auf laute Explosionen und Kampfjets beschränkt: der Soundtrack ist wirklich klasse!

Was mir beim Abspann positiv ins Auge gesprungen ist: Michael Tronick, von dessen Talent und Können ich nach 2 Versionen und 3 Audiokommen von Mr. & Mrs. Smith vollends überzeugt bin, war hier als Aditional Editor beteiligt. Keine Ahnung, inwieweit er nun am Schnitt beteiligt war, auf dieser Ebene wurde ganze Arbeit geleistet.

Fazit:
Coole Story mit extrem gut gesetzten Schwerpunkten, die von Anfang bis Ende sehr gut unterhält, nie langweilig wird und die 118 Minuten Spieldauer sehr schnell vorbeigehen lässt. Alle Akteure können überzeugen und spielen gut zusammen. Der Grad an Komik, der in Iron Man anzutreffen ist, ist genau richtig gewählt, verleiht dem Film Frische und Pep und macht den Charakter des Iron Man sympathisch.

Nach dem Abspann gibt Samuel L. Jackson eine kurze Gastperformance als Chef der Shield ab und will den Iron Man in ein Projekt seines Geheimdienstes einführen. Eine Trilogie ist ja sowieso geplant, aber auch ohne diese Information lässt sich nach der allerletzten Szene fest vermuten, dass es ein Sequel geben wird: freuen wir uns darauf und hoffen, dass die Fortsetzungen diesem Film in nichts nachstehen werden.

Guckt euch den Film an und bleibt bis zum Ende im Sessel sitzen: es lohnt sich!!

10/10 Punkten

DVD bei Amazon

Zweite Meinung gefällig oder von Nöten? Dann gibt’s hier die von Konna, die von Kaltduscher und die von KiNGU

Übrigens: Alle, die – ohne ihr Hirn jemals in Bezug darauf eingeschltet zu haben – Palitücher tragen, sollten hier einmal darauf achten, welche Charaktere das auch tun; und vor was für einem Hintergrund diese stehen!

Andere Meinungen:

KiNGU (9/10)
Konna (9/10)
at the movies (10/10)
Kaltduscher (8,5/10)
Kaiser_Soze (6,5/10)
From Beyond (6/10)
TheRudi (4/10)

Ø 7,9/10


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28.04.09 - Ein Quantum Trost
05.05.09 - Walzer mit Bashir
12.05.09 - Im Winter ein Jahr
19.05.09 - Bolt - Ein Hund für alle Fälle
26.05.09 - Glaubensfrage
02.06.09 - Der seltsame Fall des Benjamin Button
03.06.09 - Sweeney Todd (Open Air)
09.06.09 - Gomorra (OmU italienisch)
16.06.09 - Vicky Cristina Barcelona
23.06.09 - Entre les Murs (OmU französisch)
30.06.09 - Gran Torino
07.07.09 - Slumdog Millionaire (OmU englisch)
14.07.09 - Milk 21.07.09 - Der Vorleser

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