Da ich mir vor etwas über eine Woche den Film im Kino (PK1 Saarbrücken, gemeinsam mit Thomas) angesehen habe, hier nun mein Review zu
Street Kings
Witwer Detective Tom Ludlow, gespielt von Keanu Reeves (Matrix 1-3), arbeitet bei der LAPD: wie es scheint der perfekte Job für ihn. Mit seinem kleinen Freund Wodka begibt er sich auf die Jagd, oder besser gesagt ans Gemetzel, denn Jagd setzt voraus, dass jemand wegläuft. Wenn die zu verhaftenden Personen es nicht vermuten, stürmt er ihren Aufenhaltsort und legt jeden um, der seinen Weg kreuzt. Anschließend manipuliert er den Tatort, täuscht Schusswechsel vor und beweist so sein Handeln in Notwehr. Sein Boss, Captain Jack Wander, der hier von Oscar-Preisträger Forest Whitaker verkörpert wird, unterstützt ihn darin. Die Absichten Ludlows sind nicht eigennützig: er will die Verbrecher bestrafen und verhindern dass sie davonkommen, was tot nuneinmal am schwersten ist. Da es sowieso Böse sind, tut der Detective in seinen Augen eigentlich nichts Falsches und Wander bestärkt ihn in dieser Ansicht.
Das alles läuft bestens und funktioniert – bis die innere Aufsicht in Form von Captain James Biggs (Hugh Laurie) versucht, Ludlow auszuspitzeln und dieser erfährt, dass sein Ex-Partner Terrence (Terry Crews) ihn dort angeschwärzt haben soll. Wütend fährt Ludlow dem Verräter mit der Absicht ihn zu verprügeln hinterher, doch die Tankstelle, in die er ihm folgt wird just in dem Moment überfallen und Terrence brutal erschossen. Beim Schusswechsel findet versehentlich auch eine Kugel aus Toms Waffe in den Körper des Opfers und Ludlow kann nichts anderes mehr tun als dem Sterbenden die Hand zu halten. Als sein Vorgesetzter am Ort des Geschehens ankommt, wird wieder manipuliert, der Mitschnitt des Überfalls verschwindet und Ludlow wird bis zur Klärung desFalls in den Innendienst versetzt. In der Beschwerdestelle wird er mit allen Regelverstößen und Verfehlungen seiner Kollegen konfrontiert. Währenddessen befasst sich Detective Paul “Disco” Diskant, dessen Rolle Chris Evans gibt, mit dem Fall. Ludlow will auf dem neuesten Stand sein und erfährt, dass die Mörder Terrences entlarvt sind, sie aber nicht gestellt werden sollen, weil das ganze anders “geregelt” und vertuscht werden soll. Zusammen mit Disco macht Tom sich schließlich auf eigene Faust daran, einen Rachefeldzug gegen die Mörder seines ehemals besten Freundes anzutreten.
Auf ihrem Weg zur Wahrheit stoßen die beiden Polizisten auf ein dicht gesponnenes Netzt aus Korruption, Erpressung, Manipulation, Mord und Verschwörung und Ludlow muss erfahren, dass er sich in diesem Netzt nicht in der Position befindet, in der er sich glaubte.
Dem Mysterium um die so genannte Keksdose wird hier mit brutalen Methoden, unter zweifelhaften Umständen und unter Beschuss von allen Seiten nachgegangen. Der Film ist spannend und hält Überraschungen für den Zuschauer bereit.
Vergleichbar ist der Basic-Plot des Streifens etwa mit Training Day (Review von The_Duke und Kurzreview von Kaltduscher) und Dark Blue (die sich beide ebenfalls in der LAPD abspielen), wobei der Charakter Ludlows eher mit Dark Blue zu vergleichen ist, in dem Kurt Russel sich als Sgt. Eldon Perry vom regelbrechenden Cop zum ehrlichen mausert und schließlich das Netz aus Korruption und Lügen sprengt, in dem er sich befindet (allerdings auf eine deutluch andere Weise, als dies in Street Kings geschieht); anders als in Training Day, wo wir auf einen Guten und einen Bösen treffen. Hier gibt es einige Gute, einige Böse und viele, die auf dem Grad zwischen diesen Ebenen wandeln, was einen Teil der Spannung ausmacht. Ludlow wird weitsichtiger, als ihm nach und nach die Augen geöffnet werden. Diese Entwicklung vermag Keanu Reeves dem Zuschauer sehr gut und glaubhaft zu vermitteln. Auch die anderen Darsteller wie Chris Evans, Hugh Laurie und gerade auch Forest Whitaker spielen glaubhaft und auf hohem Niveau. Eine Nebenrolle, die Witwe von Detective Terrence Washington, spielt übrigens Naomi Harris (After the Sunset, Fluch der Karibik 2 & 3,…), die ich immer wieder gerne sehe.
Dem Zuschauer wird geballte Gewalt geboten, was die FSK 18-Freigabe rechtfertigt. Dennoch habe ich sie nicht als zu hart oder deplatziert, sondern vielmehr als geschickt eingesetzt empfunden, zumal sie sich nicht komplett durch den ganzen Film zieht, sondern im Wechsel mit Papierkrieg und Konversation steht.
Insgesamt schafft es der Film sehr gut, Ludlows Entwicklung zu fokussieren, dabei trotzdem nicht langweilig zu werden und sie optimal in die Geschehnisse zu integrieren. Die Schauspieler halten was ihre Namen versprechen und es kommt keine Langeweile auf: ganz im Gegenteil.
Wenn ihr euch nun fragt, was diese verdammte Keksdose nun eigentlich ist, empfehle ich wärmstens, euren Weg ins Kino anzutreten, um es herauszufinden. Diejenigen, denen die Keksdose prinzipiell ersteinmal egal ist, die aber Fans von Reeves, Whitaker und Co., Training Day, Dark Blue und anderen Cop-Movies sind und alle Fans des Action- und des Thriller-Genres, Crime-Fans sowie Befürworter und Liebhaber guter Filme, sollten sich nicht die Chance entgehen lassen, diesen Film im Kino auf großer Leinwand und mit Surround Sound anzuschauen!
Letztendlich manipuliert jeden ständig. Ich weiß nicht, ob der Film mich diese Wertung betreffend manipuliert hat und es ist mir auch egal wenn ich ihm hier
9/10 Punkten gebe. ![]()
Andere Meinungen:
Dominik (7/10)
at the movies (7/10)
Kaltduscher (6,5/10)
TheRudi (3,5/10)
From Beyond (1/10)
Ø 5,7/10










Dann besuch ich deinen Blog auch mal.:)
Hab den Film nicht gesehen, was ich aber bisher gelesen habe, ist STREET KINGS ziemlicher Schrott, da Fuqua sich einmal mehr auf gleiches Terrain, ohne dem Film neue Aspekte zu gewinnen. Aber auch sonst halte ich nicht viel von der Zusammenstellung bzw. interessiert er mich auch nicht.
Dass er dir gefallen, das nehm ich dir ab. Wieso du aber deswegen immer gleich so hoch bewertest, kann ich nicht verstehen. Man sollte doch differenzieren. Und STREET KINGS und eine 9er Wertung. Never ever und nicht beim besten Willen.
PS: Ich finde deinen Banner, naja wie soll ich sagen,…
… schrecklich. Was für eine grelle Farbe . Grrrr
So, dann will ich mal dagegenhalten, lieber Kaiser…
) aber in erster Linie fand ich das ziemlich praktisch zur Verdeutlichung der Tatsache, dass ich kein Kerl bin, was ja nur allzuoft aufgrund meiner fovourisierten Genres und meiner Sammelleidenschaft angenommen wird und mich immer wieder ärgert. Vielleicht stelle ich demnächst mal vom lila/blau auf rot/pink um, aber das passt nicht ganz so ideal zum Rest des Blogs…
. “Wir werden sehen.”, sagte der Blinde und damit beende ich mal diesen Comment.
Eigentlich würde ich ja sagen: “Guck’ dir den Film erstmal an!”, nur wenn dich das Thema eh nicht interessiert, wäre das ja sowieso für die Katz…
Was die hohen Bewertungen angeht: dazu habe ich im Forum inzwischen ja schon unzählige Male Stellung genommen und es erklärt, da der Blog neu ist, tue ich dies hier aber nochmals:
Ich bewerte die Filme nicht vergleichend, sondern für sich genommen und vergleiche, wenn überhaupt, im kleinen Rahmen (also Story, Genre,…). Ich finde es total unnütz, die Filme bei der Bewertung in so einen riesigen Rahmen zu stellen. Wenn ich mir einen sauguten Actionfilm anschaue, kann ich ihm dann ja nie im Leben mehr als 7 Punkte geben, weil er nicht den Tiefgang von Der Pianist, die künstlerischen Aspekte von Sin City und die Perfektion eines Hitchcocks hat. Ist im Übrigen ganz gut an meiner Schlussbewertung vom Die purpurnen Flüsse 2 – Engel der Apokalypse-Review zu sehen/lesen. Was den Vergleich bei Street Kings angeht: er hat mir schlicht und einfach besser gefallen als Training Day und Dark Blue: dafür bekommt er dann eben eine 9 von mir.
So, das dürfte dann die hohen Bewertungen erklären.
Daher also zum letzten Punkt: meinem Header. (Ich habe auch noch einen grelleren parat
LG,
Isis
Ähm, zum einen erst mal: Was hab ich denn da oben gecshrieben… Wörter weggelassen, vergessen etc. War ich wohl noch zu müde.
Zum anderen: Dein Bewertungssystem halte ich für ziemlich Banane bzw. so wie du es hier darstellst.
Ein Actionfilm vergleicht man nicht mit SIN CITY oder THE PIANIST. Man vergleicht ihn womöglich mit anderen Artgenossen seines Genres und/oder mit den anderen Werken des Regisseurs. Natürlich kann ein Actionfilm eine hohe Bewertung erhalten -> ziemlich gerechtfertigt z.B. bei DIE HARD, um eigentlich den Besten zu nennen.
Man kann einen Film gar nicht mit allen Filmen vergleichen, man muss das im Rahmen seines Genre tun. So hat ein Bewertungssystem auch Sinn. Ansonsten differenziert man nicht und man kann die Bewertung gleich weglassen.
Und wenn wir schon dabei sind. Ob ich STREET KINGS gesehen habe oder nicht, man darf ihm keine 9er Bewertung geben. Denn 9, das bedeutet ja Fast-Meisterwerk. Und das kann ich mir bei den Namen alleine schon nicht vorstellen.
Ich will dich hier keinesfalls von deinem System abhalten oder dich überreden. Aber so hat das alles wenig Sinn. Du solltest Filme imho nicht auf ihren Unterhaltungsfaktor reduzieren, was du im Übrigen fast immer machst. Ob der Actionfilm jetzt dein Lieblingsgenre ist oder nicht, man sollte trotzdem nicht die rosa-rote Brille aufhaben.
Dann sind wir uns was den genreübergreifenden Vergleich angeht einig
(In diesem Fall dann Sorry, dass ich das so in deinen Kommentar hineininterpretiert habe, weil andere dazu neigen).
jedenfalls scheint der neue Header dann ja auf jeden Fall zu passen
Da hast Du jetzt aber in der Durchschnittwertung gemogelt
So, jetzt stimmt’s; bin zu müde… Also gehe ich mal in die Heia…