John Rambo (2008)

John Rambo,
ebenfalls bekannt als Rambo IV, gesehen mit Kadda im CinemaxX Hannover Raschplatz

John Rambo is back! Das allerdings nicht von Anfang an:
Er hat sich in Thailand niedergelassen, wo er als Schlangenfänger ein wenig Geld verdient. Da er den Fluss sehr gut kennt und im Besitz eines Bootes ist, bittet ihn eine Gruppe von Missionaren um Hilfe: er soll sie mit Hilfsgütern beladen nach Birma bringen. Rambo (nicht nötig zu erwähnen, dass er von Sylvester “Sly” Stallone gespielt wird, der hier auch Regie führt, aber der Vollständigkeit halber…) weigert sich anfangs. Doch die einzige Frau der Gruppe, Sarah Miller (Julie Benz), kann ihn schließlich überzeugen. Widerwillig führt der Vietnam-Veteran den Auftrag aus und muss auf dem Weg nach Birma ein Schiff voller Piraten niedermetzeln, da diese vorhatten Sarah zu vergewaltigen und zu töten. Missionar Dr. Burnett will von den Ümstanden nichts wissen: weil Rambo getötet hat, schickt er ihn zurück und verzichtet auf seine weiteren Dienste.

Zu Hause angekommen erfährt John Rambo von Pastor Marsh, dass man seit Tagen nichts mehr von der Gruppe gehört habe. Auf das Bitten des Geistlichen hin, macht Rambo sich gemeinsam mit einer Gruppe Söldner auf den Weg ins Krisengebiet. Das Dorf, in dem er die Missionare abgesetzt hat, ist dem Erdboden gleich gemacht worden und die Helfer wurden in einem Lager des Militärs gefangen genommen.

Gemeinsam mit birmesischen Freiheitskämpfern planen Rambo und die Söldner die Befreiung der Gefangenen.

Die Altersfreigabe des Films ist vollkommen berechtigt (verleiht dem Fehlen einer geschnittenen Minute jedoch eine gewisse sinnlosigkeit: brutaler geht eh es nicht), da der Zuschauer einen sehr deutlichen Eindruck vom Sadismus in den “Spielen” der Soldaten, der alltäglichen Brutalität Birmas und den Zuständen des Landes bekommt. Wer einen schwachen Magen hat, sollte es sich also überlegen diesen auf die Probe zu stellen oder nicht. Allerdings sind solche Lete meist sowieso keine Rambo-Fans ;)

Der vierte Teil der Rambo-Reihe hebt sich deutlich von den anderen ab, da er eine ernstere und erschreckender Weise reale Thematik behandelt. Das die Dreharbeiten in Birma selbst (das inzeischen seit über 40 Jahren unter Militärherrschaft steht) stattfanden, wirkt positiv auf die gewollte Stimmung aus.

Stallone sagte, dies sei der beste aller Rambo-Filme, weil er der realste ist. Es sei der erste Film, der “ohne Muskelshirt und Babyöl auskommt”, was ihm beim spielen der Rolle am meisten gefallen habe. Hier muss nichts aufgesetzt werden, weil die aktuelle Situation am Drehor schon alles bietet, was man künstlich sowieso nicht so erzeugen kann. Ich kann ihm da voll und ganz beipflichten.

Wie für Rambo üblich, werden auch hier etliche Salven verschossen - nicht nur von John Rambo - und es gibt dementsprechend viele Tote. Unter denen befinden sich jedoch nicht nur “Böse”, Feinde, bis unter die Zähne bewaffnete Gegner, sondern vor allem unschuldige, unbewaffnete und wehrlose Zivilisten, Frauen, Kinder, die durch die Hand des Militärregimes ihr Leben lassen. Hier braucht Rambo die MG um die Aussichtslosigkeit der Lage und die Hilflosigkeit der Menschen zu verdeutlichen, die ihr Leben ohne Unterstützung von Waffen - so lange wie nur irgend möglich - verteidigen müssen. Die traurige aber wahre Moral der Geschichte lautet also: ohne die verdammte MG funktioniert es nicht. Jedenfalls nicht in Birma und John Rambo geht endlich nach Hause.

Stallone ist hier als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller ein eindrucksvoller und würdiger Abschied von John Rambo gelungen, der die Reihe passend - mit Elementen des ersten Films - abschließt. Hut ab von Sly, der es selbst mit 61 immernoch drauf hat.

“Lebe für nichts oder stirb für etwas.”, so lautete die Devise Rambos. Nach Ende des vierten und letzten Teils kann man spekulieren, ob er nun nicht vielleicht doch noch für etwas leben wird.

Jetzt heißt es also: warten auf das Erscheinen der ungeschnittenen DVD…

persönliche Wertung: 10/10 Punkte (näheres im Kommentar Nr. 2)

Übrigens: einen Track des Soundtracks (komponiert von Brian Tyler) gibt es von Lionsgate zum Gratisdownload, den Rest auf die Ohren: ein sehr nette Zug. Dafür einfach auf das rechte Bild klicken und die sich darauf befindlichen Daten (also das Passwort) eingeben.

Viel Spaß also mit dem Soundtrack - vielleicht sogar wenn der Film nicht gefallen hat… :)

Hier gibt’s noch weitere Reviews zum Film und zwar von

NBCTerminator
KiNGU
Kaltduscher (finde ich sehr, sehr gelungen, also: lesen!)

2 Antworten zu “John Rambo (2008)”


  1. 1 fincher Mai 4, 2008 um 8:16

    Sehe ich richtig, oder hast du wirklich die Punktzahl vergessen oder möglicherweise bewusst weggelassen? Schön geschrieben übrigens, macht Spaß, deinen Reviews zu lesen. *schleim* :)

  2. 2 isinesunshine Mai 4, 2008 um 8:19

    Ich habe sie tatsächlich mit Absicht weggelassen… :) Der Grund: in meiner persönlichen Wertung bekommt er die Höchstpunktzahl, für Rambo-Hasser auch Prinzip Null Punkte. Da den Mittelweg einzuschlagen wäre ungerecht und bei einer tendenziellen Differez von 10 Punkten, sollte dann doch jeder selber sehen, wo er den Film nun in seinem Ranking ansiedeln will… ;)

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