Die Wiege der Sonne
Als auf einer Firmenparty eines japanischen Unternehmens eine Frau ermordet aufgefunden wird, schalten die Japaner den Auslandsbeauftragten der Polizei Lt. Web Smith (Weasley Snipes) ein. Der erhält außerdem den Auftrag sich Hilfe beim Japan-Kenner Captain John Connor (Sean Connery) zu holen, den er zum Tatort mitnehmen soll. Es stellt sich heraus, dass die Frau nicht vergewaltigt und ermordet wurde, sondern beim Sex umkam, weil sie auf sadomasochistische Praktiken stand.
Die Laserdisc mit der Aufzeichnung des Mordes ist auf einmal verschwunden. Erster Verdächtiger ist Eddie Sakamura (Cary-Hiroyuki Tagawa), der Freund der Toten. Er wird allerdings nicht verhaftet, weil Connor nicht an die Schuld Eddies glaubt. Durch seine Kontakte taucht die Laserdisc einige Stunden nach dem Verbrechen wieder auf. Da der Fall sich auf politischer Ebene abspielt, sitzen den beiden Smiths rassistischer Partner Lt. Tom Graham (Harvey Keitel), ein schmieriger Reporter (Steve Buscemi) und der Rest der Behörde sowie hohe politische Tiere…
…
Weasley Snipes ist gewohnt cool und spielt seine Rolle authentisch. Als Smith geht er einem am Anfang manchmal auf die Nerven, das ist aber positiv - er schafft es rüberzubringen, wie schwer es ihm fällt sich unterzuordnen. Coole Sprüche und Kommentare wie
“Wow, ‘ne Bumsmuschel für Führungskräfte.”
hat er auch immer auf den Lippen.
Sean Connery. Was kann man zu diesem Mann noch sagen, wo die zwei Worte “Sean Connery” doch eigentlich sowieso schon aussagekräftig genug sind: er steckt schauspielerisch gekonnt alle anderen in die Tasche und weiß in seiner Rolle als Leitfigur mit Älteren-Status immer wo es lang geht. So strahlt er eine ganz andere Coolness aus als sein Teamkollege, die auch niemand anders so rüberbringen kann wie der erste Bond.
Dass Harvey Keitel gut darin ist, Gauner, krumme Typen und Konsorten zu spielen ist bekannt. In Die Wiege der Sonne kommt er seinem Ruf nach und überzeugt den Zuschauer als rassistischer “Japsen-Hasser”, der immer einen Japan-feindlichen Spruch wie
Polizist: “Sushi gefällig?”
Graham: “Nääää, wenn mir nach Quecksilber is’, fress’ ich ‘n Thermometer.”
parat hat und durch und durch unsympathisch und widerwärtig ist
Steve Buscemi hat hier als Reporter-Zecke nur eine Mini-Rolle, die allerdings 100%ig zu ihm passt und wohl nicht besser hätte besetzt werden können. Als schleimiges, schnüffelndes Journalisten-Wiesel wühlt er im Dreck und stellt lästige Fragen.
Auch die japanische Seite des Casts ist mit Cary-Hiroyuki Tagawa, Mako, Stan Egi und dem Rest gut besetzt und kann somit überzeugen. Da soll nochmal jemand Behaupten Asiaten hätten keinen Ausdruck!
Die Technologie von Laserdiscs und Co. ist für den Anfang der 90er natürlich sehr fortschrittlich und somit relativ innovativ, was nicht heißt, dass es derartiges noch nie gegeben hat. Die Technik trägt mit zur Spannung des Film bei, der einige Wendungen für den Zuschauer parat hält.
Ein packender Thriller, der zwar nicht in Japan, sondern nur in Little Tokyo spielt und trotzdem ein bisserl Japan vermiteln kann. Sehr gut besetzt (was kann man mit Sean Connery schon falsch machen?) und zu empfehlen.
Ich habe mir den Film heute hauptsächlich angesehen, weil er mir als “besser als Black Rain” empfohlen wurde, was ich jetzt bestätigen kann. Er ist etwas spannender und dynamischer als der in Japan spielende Film mit Michael Douglas und Andy Garcia als Cop-Team.
8,5/10 Punkten
Dann lag ich mit meiner Empfehlung an dich also richtig. Freut mich, dass der Film dir gefallen hat :.