WAR
FBI-Agent Jack Crawford (Jason Statham, The Transporter, Transporter II, Crank, The Italian Job) muss miterleben, wie sein Partner, Tom Lone, und dessen Frau und Kind in ihrem Haus ermordet werden. Der Täter ist Rogue (Jet Li, Hero, Lethal Weapon 4), ein mysteriöser chinesischer Killer, den Lone bei einem Einsatz kurz vorher angeschossen hatte und tot glaubte. Crawford gibt seine Frau und seinen Sohn auf, um sich vollends der Suche nach Rogue zu widmen und seinen Ex-Partner zu rächen.
Nach drei Jahren taucht Rogue, der sich ständig mit chirurgischen Mitteln das Gesicht verändern lässt, in San Francisco auf und Crawford begibt sich auf seine Fährte. Rogue ist undurchsichtig, arbeitet sowohl für die Yakuza als auch für die Triaden und spielt sie gegeneinander aus – letztendlich dient er also nur sich selbst. Doch zu welchem Zweck müssen Crawford und seine Kollegen noch herausfinden…
…
Die Story des Films ist nicht die innovativste, aber dass WAR keinen besonderen Anspruch bieten soll, dürfte jedem, der ihn sich ansieht, durchaus von vornherein bewusst sein. Die Twists sind sogar sehr gut, wobei die Handlungsstränge sich manchmal nicht nur verflechten, sondern verhäddern und das ganze etwas verworren, verwirrend, undurchsichtig und schwer nachvollziehbar wird – mit der Absicht den Film spannender und anspruchsvoller zu gestalten, schießen die beiden Drehbuchautoren (Lee Anthony Smith & Gregory J. Bradley) sowie Regisseur Philip G. Atwell übers Ziel hinaus. Letztendlich kann man sein Hirn hier also nicht in No-Brainer-Manier neben der DVD-Hülle ablegen, sondern sollte es eingeschaltet lassen, um den Faden nicht zu verlieren.
Jet Li und Jason Statham kämpfen beide routiniert, allerdings nicht spektakulär. Die On-Screen-Time beider Hauptdarsteller scheint extrem kurz. Gegeneinander kämpfen sie weder oft noch lange, was sehr schade ist. Die Choreographien der Fights sind gut und gerade die Kämpfe mit Samurai-Schwertern können überzeugen. Insgesamt hält sich die Action eher in Grenzen; wenn es allerdings abgeht, dann richtig. Gleiches gilt für Gewaltdarstellung: Brutalitäten wie in Kehlen geschnittene menschliche Lüftungsschächte, abgeschlagene Köpfe oder das Rumpopeln in Schusswunden rechtfertigen die 18er-Freigabe.
Der Film beinhaltet einige schöne Szenenübergänge, Kameraeinstellungen und kurze Slow-Mos (z.B. beim Abfeuern von Schusswaffen) sowie eine kurze Kamerafahrt durch Betonröhren, die man ebenfalls nicht mit “schlecht” bezeichnen kann.
Der Soundtrack des Films ist passend, allerdings nicht so gut, dass man sich im Nachhinein explizit daran zurückerinnern würde oder er besonders hervorgehoben werden müsste.
Insgesamt bietet WAR nicht die erwartete kurzweilige Action mit überzogenen Gun- und Martial Arts-Fights und beansprucht die Hirne des Publikums mehr als gedacht. Das kurzweilige am Film ist in der Tat das Ende, das so schnell vorüberzieht, dass es zwar einen passenden, aber nicht wirklich einen befriedigenden Abschluss der verknoteten Handlungsstränge bietet. Hier fiel den Machern wohl nichts Gescheites mehr ein und man dachte sich: “Blenden wir doch einfach mal aus…”. Auch das Versenden der Pakete an die Witwe Changs und die Tochter Yanagawas (Devon Aoki, 2 Fast 2 Furious, Sin City) wirken etwas seltsam:
ACHTUNG, SPOILER!!!
Wieso schickt Rogue Mrs. Chang ein verdammtes Pferd, dass sie erst illegal verschachern muss, anstatt dies selbst zu tun und ihr anschließend das entsprechende Geld zu überlassen?
SPOILER ENDE.
Der Film bleibt also hinter den Erwartungen zurück und reiht sich so mit
6/10 Punkten ins Mittelmaß der Filme mit ähnlichen Storylines ein.
Hier gibt es WAR auf DVD
Übrigens: wer sich noch gut an “Catwoman” erinnert, der dürfte sich ein Lachen – oder zumindest ein Lächeln – nicht verkneifen können, wenn der Name “Tom Lone” zum ersten Mal fällt, schallt einem doch Sallys “Was für ein schöner Name: Tom Lone. Reimt sich auf [...] Telefon” durch den Kopf.
Andere Meinungen:
The_Duke (6/10)
Kaltduscher (6,5/10)
Ø 6,2/10









Was mir gerade auffällt:
Du bewertest zu gut – mehr als drei Sternchen hat ein Mittelmaß-Film nicht verdient, 10 Sterne sollten so gut wie nie erreicht werden.
Nicht in meiner Wertung. Die is halt etwas anders als eure ganzen konventionellen Schemen. (Ich habe übrigens die Theorie aufgestellt, dass sich das “Mittelmaß” im Film-Bewertungsschema an den (früheren) Schulnoten der entsprechen Person orientiert…)
Haha wasn das für ne Theorie?
btw, schönes Review
Ja, Theorien sind frei erfindbar – nur beweisen muss man sie auch können.