Shoot ‘Em Up (2007)

Shoot ‘Em Up

Eine hochschwangere Frau wird von einem Mann mit einer Waffe bedroht und ein an der Bushaltestelle sitzender Fremder, der sich als „Mr. Smith“ ausgibt, (Clive Owen, Sin City) schreitet ein. In Profi-Manier ballert er um sich und verwurstet alle herbeieilenden Angreifer mit teils unkonventionellen Methoden. Er bringt das Baby, einen Sohn, der Frau zur Welt, aber die Mutter wird bei der Flucht vor den Killern erschossen.

Smith will das Kind aussetzen, als er jedoch bemerken muss, dass die Horde Söldner – angeführt von Auftragskiller Hertz (Paul Giamatti) – auch das Neugeborene töten wollen, entscheidet er sich dazu den Jungen zu beschützen. Da er ihn schlecht selber stilen kann, bringt er ihn zur Prostituierten Donna (Monica Bellucci), die gerade Milch gibt.

Als Hertz die Fährte Smiths aufnimmt, findet er ihn schnell in dem Bordell, woraufhin eine furiose Jagd beginnt. Auf der Flucht vor einer großen Gruppe Killer und Söldner, die Hertz engagiert hat um die drei ins Jenseits zu befördern, kommt Mr. Smith nach und nach hinter die perversen Umstände, unter denen das Baby – inzwischen „Oliver“ genannt – gezeugt wurde…

Der Titel „Shoot ‘Em Up“ bereitet das Publikum schon vorher auf den groben Inhalt des Films vor: Geballer! Anspruch ist hier also nicht zu erwarten. Die Schusswechsel sind sehr eindrucksvoll – wenn auch teils unrealistisch – und so ist man manchmal durchaus froh, dass Oliver (deutlich sichtbar) nicht von einem Baby, sondern von einer Puppe verkörpert wird wenn Mr. Smith mit ihm unterm Arm um sich schießt.

Clive Owen passt als supercooler Typ perfekt in die Rolle des Mr. Smith, der dank seiner Spezialausbildung alles problemlos niedermetzelt, was ihm vor die Linse läuft. Der Möhren knabbernde Mann isst das orangene Gemüse nicht nur („Is’ gut für die Augen.“), er züchet es auch und schießt und tötet(!) damit. Wie in Sin City macht sich Clive Owen hier zum schießenden Sympathieträger, der sich für die Schwachen einsetzt.

Monica Bellucci wurde sicherlich auch aufgrund ihres Vorbaus für den Film gecastet – nicht nur wegen ihrer Italienischen Wurzeln. Ins Bild passt sie auf jeden Fall.

Paul Giamatti spielt den psychotischen Auftragsmörder mit nekrophilen Tendenzen überzeugend. Der Kopf der Killertruppe, der nicht wütend wird, weil das dabei entstehende Enzym den IQ vorübergehend vermindert, steht auf Gewalt und Brutalität (der Grund seiner Berufswahl), was Giamatti gut rüberbringt.

Gewalt und Brutalität werden im Film dem entsprechend groß geschrieben und die vielen Toten, das Abreißen eines Intimpiercings oder die Folter am Ende des Films rechtfertigen die 18er-Freigabe. Hier gibt es nicht „Sex, Drugs & Rock ‘n’ Roll“, dafür aber Sex, Shoot-outs & Heavy Metal, teilweise in Kombination: so in einer mit einem Gunfight gespickten Sexszene.

Der Trailer zum Film ließ seinerzeit einen Film in einem an „Sin City“ angelegten Stil erwarten, allerdings stellt sich heraus, dass die entsprechenden Elemente für den Trailer vorbehalten waren. Cuts, Kameraeinstellungen und -fahrten sind aber keinesfalls von schlechten Eltern. So entsteht ein eigener Stil, der sich nicht als Anlehnung an Vorgänger schimpfen lassen muss, sondern sich auch seperat durchaus behaupten kann.

Die Story enthält Logiklöcher und einen Fehler der mir als besonders auffällig in Erinnerung geblieben ist: im Bordell schießt Mr. Smith Hertz in dessen rechte Seite, die Kugel steckt später allerdings irgendwo mittig im Brustkorb des Killers. Allerdings steht die Story – die sogar ein paar nette Twists aufweist – hier sowieso im Hintergrund und lässt die eben angesprochenen Aspekte so geringer ins Gewicht fallen. No-Brainer-Action, die sich sehen lassen kann, wird hier auf jeden Fall geboten und damit kann der Film sehr gut unterhalten – er erfüllt seinen Zweck.

Schauspielerisch sind die Akteure hier erwartungsgemäß wenog gefordert, passen aber in ihre Rollen. Die Story ist nicht langweilig und steht im Hintergrund, um den vielen Schießereien den Vortritt zu lassen. So kann das Hirn in No-Brainer-Manier abgeschaltet werden. Bier und Chips raus und die DVD in den Player: wohl bekommens!

Für diesen coolen, sehr bleireichen, Streifen gibt es von mir also
8/10 Punkten.

Shoot ‘Em Up auf DVD

Wer den Film gut fand, sollte mal einen Blick auf die folgenden Titel riskieren:
Crank
Smokin’ Aces

Andere Meinungen:

bullion (8/10)
Kaiser_Soze (7,5/10)
khitos (7/10)
From Beyond (6/10)
TheRudi (5,5/10)

Ø 7/10

4 Antworten zu „Shoot ‘Em Up (2007)“


  1. 1 bullion 12. Juni 2008 um 8:23

    Muss ich mir gelegentlich auch noch ansehen – scheint ja in die Richtung von „Crank“ zu schlagen, den ich ganz kurzweilig fand.

  2. 2 The-Duke 13. Juni 2008 um 11:25

    Na da freue ich mich ja, dass dir der Film genauso gut gefallen hat, wie mir :) . Gebe sogar noch ein Pünktchen mehr, denn das, was Crank versuchte, hat Shoot Em up zur Perfektioen getrieben. Wobei mir erstgenanneterer so gar nicht gefallen hat. Und mit Wanted scheint ein neuer „No-Brainer“ schon in den Startlöchern zu stehen, das wird ein bleihaltiger Sommer werden :) .

  3. 3 isinesunshine 13. Juni 2008 um 12:31

    Ich fand Crank ja absolut cool (siehe hier). Die Richtung der beiden ist auf jeden Fall eine ähnliche, das stimmt schon.
    Dann sind wir auf jeden Fall mal gespannt auf Wanted :)


  1. 1 Crank (2006) « isinesunshine Trackback zu 7. Oktober 2008 um 10:15

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