WANTED
Wesley Gibson (James McAvoy) ist ein Versager: unter der Bezeichnung “Manager” arbeitet der Buchhalter/Sachbearbeiter unter seiner schrecklichen, fetten, Chefin Janice (Lorna Scott). Sein Kollege und bester Freund Barry (Chris Pratt) vögelt Wesleys Freundin in dessen Wohnung. Weil Wesley eine zu große Pussy ist, um etwas dagegen zu tun, ist der unter Panikattacken leidende Pleitegeier in diesem Zustand – seinem Leben – gefangen. Nicht interessiert ihn, ihm ist alles egal.
Als er eines Tages im Drugstore steht, um seine Tabletten zu kaufen, steht die attraktive Fox (Angelina Jolie) neben ihm und behauptet, sie habe seinen Vater, den er selbst nie kennen gelernt hat, weil er seine Mutter kurz nach Wesleys Geburt verlassen hatte, gekannt und er sei am Tag vorher auf dem Metropolitan Building gestorben.
Auf dem Gebäude hatte Cross (Thomas Kretschmann, Next), ein ehemaliges Mitglied der “Bruderschaft”, einer Gemeinschaft von Killern, Wesleys Vater in einen Hinterhalt gelockt und erschossen.
Während Fox und Wesley am Tresen stehen, befindet sich auch Cross im Supermarkt. Als Wesley flieht, liefern sich Fox und Cross eine furiose Verfolgungsjagd. Als er wieder zu sich kommt, befindet er sich im Kreise der Bruderschaft. Nachdem deren Anführer Sloan (Morgan Freeman) ihn dazu gezwungen hat Fliegen die Flügel wegzuschießen, wird er dazu aufgefordert der Bruderschaft beizutreten.
Am nächsten Morgen hält er alles für einen Traum, muss aber feststellen, dass alles real ist. Schließlich erklärt er sich dazu bereit, sich als Profikiller der Bruderschaft ausbilden zu lassen, um seines Vaters Mörder zu töten…
…
Die Comicverfilmung WANTED ist außerordentlich brutal, was die FSK kJ zu 100 % rechtfertigt. Hier fießt extrem und ungeahnt viel Blut. Es wird auf Leichen geschossen und erbarmungslos gekämpft. Wesley wird jeden Tag aufs neue vom Repairman (Marc Warren) unter Foxs Aufsicht gefesselt und verprügelt. Schwache Gemüter sollten sich also lieber zwei Mal überlegen, ob sie den Film wirklich sehen wollen.
Die Effekte des Films sind nicht zu verachten, allerdings scheint in WANTED kaum eine Szene ohne Green-Screen entstanden zu sein. Die besten bzw. hervorstechendsten und prägnantesten Special Effects sind sind die Bullettime-Actions bei den Kopfschüssen zu Beginn und im Finale des Actioners. Hier erwartet das Publikum ein leuchtendes CGI-Feuerwerk der Spitzenklasse, dass sich keinerlei Mühe gibt, den mainstreamigen FSK12-Anforderungen gerecht zu werden.
Der Film lebt von der Action, nicht von der Handlung, die – nach einem Comic – ziemlich weit hergeholt ist. Ein Binärcode des Schicksals auf einem Webstuhl ist einfach nichts, das man ohne weiteres als realitätsnah bezeichnen würde.
Dennoch birgt WANTED erstaunlich gelungene Storytwists, die nicht vorhersehbar sind. Dies resultiert in Spannung, die dem Streifen nicht aberkannt werden kann.
Für einen Teil der Männerwelt ist sicherlich Angelina Jolie ein entscheidender Grund den Film zu sehen. James McAvoy, der auf den imdb-Pics etwas von Leo DiCaprio hat, finde ich persönlich nicht so attraktiv, auch wenn sein Körper nach der Ausbildung zum Killer sichtlich gestählt ist; da bevorzuge ich doch eher Thomas Kretschmann, dessen On-Screen-Time allerdings recht kurz ist. Vorteilhaft für die Filmmacher war hier, dass die Tattoos Angelina Jolies ausnahmsweise nicht überschminkt werden mussten. Schade für die Männer, dass sie nur kurz in voller pracht präsentiert werden, aber ein schöner Rücken kann ja bekanntlich auch entzücken.
Die anhand der Trailer vermutete Romanze zwischen Wesley und Fox ist nicht existent, was positiv anzumerken ist. Abgesehen von zwei aufeinanderfolgenden Küssen, die ins Konzept passen, passiert nichts zwischen den beiden. Ein Abdriften in unpassende Gefilde wird dem Film so unmöglich gemacht.
Schauspielerisches Talent ist hier bei keinem der Akteure gefragt. Dem entsprechend sind auf dieser Ebene bei keinem von ihnen Glanzpunkte oder Sternstunden zu verzeichnen. Solide Leistungen, die den Erwartungen an solche Topstars in einem No-Brainer gercht werden, sind hier aber auf jeden Fall anzutreffen. Am besten machen Thomas Kretschmann und James McAvoy ihre Sache. So unterhält WANTED das Publikum, selbst wenn an manchen Stellen bei einem Teil der Zuschauer gewiss Ekel aufkommt.
Die Art, in der Wesley den Film zu erzählen beginnt und die dazugehörigen Bilder, lassen an Edward Norton in “Fight Club” denken, der ebenfalls allem gegenüber gleichgültig im nicht ganz zugeknöpften Hemd an seinem Schreibtisch sitzt und über seinen Chef philosophiert, obwohl er für eben diesen einen Bericht fertigstellen soll.
Wenn der Protagonist die einzunehmende Festung stürmt, wird mancher Zuschauer an “Equilibrium” erinnert. Szenen “geklaut” haben die Macher von WANTED jedoch nicht.
Einige witzige Stellen, die durch Wesleys Handeln entstehen, sind im Film vorhanden und lockern so – hin und wieder – die von Gewalteindrücken dominierte Stimmung etwas auf.
Der Soundtrack des Films ist actiongeladen, passend und somit zu empfehlen.
Insgesamt ist WANTED eher für hart gesottenes Publikum zu empfehlen. Dass er sich
8,5/10 Punkten
verdient hat zeigt dieser Zielgruppe jedenfalls, dass er sich durchaus sehen lassen kann.
Andere Meinungen:
Kaltduscher (7,5/10)
khitos (7/10)
From Beyond (7/10)
TheRudi (2,5/10)
LastOne (8/10)
at the movies (6/10)
bullion (6/10)
Ø 6,5/10









Schönes Review, kann ich mich fast vollständig anschließen
Was heißt denn hier “fast”…?
LG
Mh, klingt ja doch ganz nett. Ich dachte erst das sei ein Schundfilm, weil Frau Jolie Geld braucht. Aber es scheint ja doch was bei rumgekommen zu sein
“Schundfilm” ist relativ. Genau wie Reviews, über die ich ja immer noch denke das sie hier viel zu gut ausfallen.;-)
“Wanted” ist ein Beispiel für Hochglanzeffektfilm, dem die Charaktere schnurz sind und dessen Handlung hinten und vorne nicht funktioniert. Das alles wird oben auch sehr schön genannnt – um dann völlig unbegründet 8,5 von 10 punkten zu geben. Wofür soll es die nochmal geben?
Für Jolie bestimmt nicht. Selten wurde diese schöne Frau so häßlich gefilmt.
Dafür dass der Film es sehr gut geschafft hat zu unterhalten und insgesamt einfach stimmig war, nicht unnötig ausgeholt und sich nicht in den Mainstream eingefügt hat.