Das Waisenhaus
Laura (Belén Rueda) verlässt das Waisenhaus, in dem sie aufgewachsen ist, als sie adoptiert wird. Viele Jahre später kehrt sie mit ihrem Mann Carlos (Fernando Cayo) und ihrem Adoptivsohn Simón (Roger Príncep) zurück, um im inzwischen geschlossenen Waisenhaus ein Pflegeheim für behinderte Kinder einzurichten. Simón kennt keine anderen Kinder, hat dafür zwei imaginäre Freunde. Nachts kann seine Mutter nie durchschlafen, weil er schreit. Nach einem Strandspatziergang, auf dem Simón eine Höhle erkundet, hat er einen neuen unsichtbaren Freund gefunden und nach kurzer Zeit sind es schon sechs.
Die imaginären Kinder haben ein Spiel: jemandem wird sein Schatz weggenommen und an dessen Platz ein Hinweis platziert. Als Simón seiner Mutter seinen Schatz zeigen will und stattdessen einen Hinweis findet, bestreitet er gemeinsam mit seiner Mutter die Schatzsuche, denn wer seinen Schatz wiederfindet, der hat einen Wunsch frei.
Pilar, eine Mitarbeiterin des Jugendamtes, stellt sich in einer verregneten Nacht bei Laura vor und will über Simón reden. Laura bittet die merkwürdige alte Frau jedoch zu gehen. Einige Nächte später ertappt sie die Frau dann beim Herumschnüffeln in ihrem Schuppen.
Am Einweihungstg des Pflegeheims stellt Simón sich stur und will seiner Mutter unbedingt das kleine Haus von Thomás, dem Freund aus der Höhle, zeigen. Sie sagt “Nein.” und beiden rutscht die Hand aus. Kurz darauf wird Laura von einem Kind mit einem Sack auf dem Kopf eingesperrt und als Carlos sie befreit, ist Simón verschwunden.
Während die Eltern und die Polizei den Jungen suchen, passieren merkwürdige Dinge im alten Waisenhaus und es stellt sich die Frage, ob Simóns Freunde nicht doch existent sind…
…
Die Anfangscredits des Films sind visuell sehr gut und passend gestaltet. Das Filmcover ist ebenfalls im Stil dieses Intros gehalten.
Das Waisenhaus beinhaltet Schock- und Ekelmomente wie sich das gehört, der Fokus liegt aber dennoch auf der Mystery-Schiene der unsichtbaren Freunde Simóns und den Geheimnissen um das Gebäude.
So kommt im Film Aurora, ein Medium, zum Ensatz, das von Geraldine Chaplin (der Tochter von Charlie Chaplin) verkörpert wird.
Gerade Belén Rueda spielt ihre Rolle sehr gut und bringt das Hereinsteigern in die Suche nach ihrem Sohn und die sich daran anschließende Besessenheit mit der Vergangenheit des Hauses in Kontakt zu treten gut rüber. Ihr Verhalten, z.B. Simón alleine in einer Höhle spielen zu lassen oder alleine in den dunklen Schuppen zu gehen, aus dem Geräusche kommen, lässt anfangs darauf schließen, dass sie eine typische – dumme und leicht lebensmüde – Horrorfilmfigur ist. Im Laufe des Films schafft Laura es jedoch, dieses Bild wieder aus den Köpfen des Publikums zu streichen.
Auch Roger Príncep spielt den niedlichen Simón, der von jetzt auf gleich plötzlich unausstehlich wird, glaubwürdig. Über Fernando Cayo als Carlos kann man schmunzeln wenn er verscvhlafen vor sich hinmurmelt, beim Publikum kann er jedoch keine Sympathiepunkte einfahren.
Die Auflösung der Story ist sehr gut gemacht und durchdacht, die letzten Sekunden des Films (in denen nur Carlos auftaucht) sind allerdings absolut unverständlich. Letzteres ist jedoch nicht so tragisch dass es ins Gewicht fallen würde. Die merkwürdigen Geschehnisse im Haus werden in der Auflösung erklärt. Die hierzu benutzten Rückblenden sind gut geschnitten und erzeugen Spannung.
Die Tatsache, dass Laura ihr Schatz gestohlen wurde, bemerkt der Zuschauer leider viel früher als die Hauptperson, die viel zu spät darauf kommt. Die Schatzsuchen selbst sind ebenfalls gut geschnitten und gestaltet. Hier geht es Schlag auf Schlag, dem Schatz und dem Wunsch wird entgegengehetzt. Die schnellen Schnitte und Ortsbrüche sind also genau richtig eingesetzt und erfüllen ihren Zweck bedingungslos.
Die Atmosphäre des Films ist düster, grau, kalt und mystisch: gut getroffen. Von Anfang an, begonnen schon beim Intro, das Lauras letzten Tag im Hei zeigt, muss irgendetwas mit dem gezeigten Ort nicht stimmen. Auch die raue See, die Felsen und die graue Uniform der Angestellten des Waisenhauses unterstützen die Stimmung des Films.
Mit mehr Mystery und Köpfchen als Spuk und Horror erklimmt der spanische Film die
8/10 Punkte
auf der Wertungsskala.
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Andere Meinungen:
TheRudi (2/10)
Ø 5/10









Hört sich gut an. Werde ich auf DVD wohl mal reinschauen. Spanischen Horror/Grusel mag ich sowieso gerne!