Nacho Libre
Nacho (Jack Black) ist ein Ordensbruder und schon von Kindheit an ein riesiger Wrestling-Fan. Sein Idol ist der Luchador Ramses (Cesar Gonzalez), dessen Markenzeichen – als Champion – eine goldene Maske ist. Er arbeitet in der Küche eines Waisenhauses und wird von seinen Brüdern ständig als gottlos verachtet und schikaniert. Er kann keine Vernünftigen Mahlzeiten auf den Tisch bringen, da die Küche nicht mit Geld versorgt wird. Seinen Traum – den des Wrestlings – kann er sich auch nicht erfüllen, denn Wrestling ist eine Sünde. Dann werden ihm eines Tages auch noch die gratis Nachos für die Kinder von einem Wilden gestohlen. Nacho ist entmutigt, doch als plötzlich eine neue Schwester namens Encarnatión (Ana de la Reguera) ins Waisenhaus kommt, die sehr attraktiv ist, ist dies für ihn eine neue Motivation.
Nacho fährt in die Stadt, und überredet dort Esqueleto (Héctor Jiménez), den Wilden, der ihn überfallen hat, mit ihm als Tag-Team in den Ring zu steigen. Nach etwas gewöhnungsbedürftigem Training werden die beiden gnadenlos K.O. geschlagen, bekommen aber dennoch Geld dafür. Nacho kauft Salat unf anständiges Essen für Waisenhaus, Esqueleto leistet sich einen Haarschnitt und beide kaufen teure Klamotten. Also machen sie weiter…
…
Der Titel Nacho Libre setzt sich zusammen aus dem Namen des Protagonisten, Nacho, und der mexikanischen Bezeichnung für Wrestling “Lucha Libre”, ergibt also Sinn. So wahnsinnig viel wird dann aber doch nicht in den Ring gestiegen. Im zweiten Kampf als Tag-Team stehen Nacho und Esqueleto zwei Mini-Estrellas (kleinwüchsige Wrestler) gegenüber, was im mexikanischen Wrestling verbreiteter ist als anderswo. Dass Show und Akrobatik im Lucha Libre eine wesentlich größere Bedeutung haben als in der amerikanischen Variante wird auch deutlich. Ob das alles nun wirklich dem Lucha Libre entspricht, vermag ich dann doch nicht zu beurteilen, finde aber, dass die Kämpfe viel zu sehr ins Lächerliche gezogen werden, zumal das Tag-Team am Anfang absolut nichts auf dem Kasten hat – vom Wegrennen mal abgesehen.
Die Handlung, die sich zwischen Nacho und Encarnación abspielt ist absolut lächerlich und irgendwie überflüssig. Wenn Nacho seine Angebetete anhimmelt oder anzumachen versucht, dann ist das eher peinlich als passend. Die noch dazu eingebaute Story zwischen Esqueleto und der Frau von Ramses ist noch überflüssiger, lachhaft, peinlich und dämlich.
Man muss wirklich ein großer Jack Black-Fan sein, um darüber lachen zu können, dass er einfach mal furzt, um seine Muskeln zu präsentieren die Arschbacken in einer hellen Stoffhose zusammenpresst oder ein grauenvolles Lied für seine Flamme vom Stapel lässt. Ich zähle zu den Menschen, die nicht darüber lachen – es noch nicht einmal beschmunzeln – können. Insgesamt ist die Hauptperson also lachhaft – nicht lustig.
Die Story lässt mehr als nur zu wünschen Übrig, selbst ein Weltwunder könnte sie wohl kaum retten:
Ein Mann hat ein Vorbild und will genau so sein wie sein Idol. Dann lernt er diesen tollen Mann kennen und stellt fest, dass dieses Vorbild das größte Arschloch des Planeten ist. Also wird es nich mehr angehimmelt, sondern der Mann arbeitet darauf hin, das Ex-Idol in einem finalen Kampf zu besiegen. Dies gelingt selbstverständlich, weil der Mann – im Gegensatz zu seinem Kontrahenten – kein Arschloch ist und nicht nach Geld und Macht strebt, sondern seinem Herzen folgt.
Diese Story kommt einem doch irgenwoher schon bekannt vor.
Wie dem auch sei, ob abgekupfert oder nicht, die Geschichte von Jared Hess, Jerusha Hess und Mike White kann beim besten Willen nicht überzeugen und auch der Hauptdarsteller kann dies nicht von sich behaupten. Ein Waisenkind schenkt Nacho – seinem Vorbild – die Machete, die seine Mutter ihm auf dem Sterbebett vermacht hat und bekommt as Antwort kein “Danke.”, sondern ein “Ich ziehe zum Sterben in die Wildis.” (Dass Männer immer in die Wildnis ziehen müssen ist ja auch schon ein alter Hut). Der kann ja nicht sympathisch sein und selbst wenn der Dialog nuneinmal so im Drehbuch steht, schafft Black es trotzdem nicht an anderer Stelle zu überzeugen.
Andere Schauspieler schaffen dies ebenfalls nicht: das pseudo-lustige Pferdegrinsen Esqueleto geht einem nach kurzer Zeit gewaltig auf den Keks, Encarnación ist ein kleines Naivchen, mit dem man sich nicht identifizieren will und der Rest der Klosterbrüder besteht sowieso aus miesen Säcken. Mit den Kindern kann man sich zwar anfreunden aber nicht identifizieren, da ihre On-Screen-Time dafür viel zu kurz ist.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen einen Plus (und Gnaden-)punkt für die Salate zu geben, die Nacho zubereitet, nachdem er das erste Mal im Ring stand (Salate in Form von Gesichtern, Tierchen & Bildern), allerdings war die sich daran anschließende Szene, in der er Encanación einen riesigen Salat vor ihren Augen herrichtet, so absolut fürchterlich, dass der Bonuspunkt gleich wieder neutralisiert wurde.
Etwas, das ich bsolut nicht ausstehen kann ist adaptierter Akzent. Der mexikanische Einschlag, den die Synchronsprecher hier an den Tag legen mussten, ist absolut nervtötend und störend. Die paar spanischen Einwürfe, die ebenfalls im Film zu finden sind, hätten da locker ausgereicht, denn alles andere wirkt aufgesetzt und gekünstelt.
Insgesamt hat mir sogar der unlustige Leg dich nicht mit Zohan an besser gefallen und da der es mit Müh und Not geschafft hat, die zwei Punkte-Marke zu erreichen, kann Nacho Libre gar nicht über
1/10 Punkten
hinauskommen.









Ich sehe ein Fehler in dieser Review: Synchronsprecher.
Bei einem Jack Black Film kann man sich doch nicht ernsthaft mit der Synchro begnügen
Ich fand ihn ganz okey, aber vielleicht liegts auch daran, dass ich nicht so genervt von alles und allem war ;D
Wo ist denn da ein Fehler…?
Ob der Kerl nun auf englisch oder deutsch abspackt ist mir relativ wumpe: viel lustiger kann das ja echt nicht sein…
Naja, der Synchronsprecher von Jack Black ist ganz Ok, aber im Original ist es meistens doch fünf Stücke besser