Ben X
Ben X (Greg Timmermans) leidet am Asperger-Syndrom (AS), einer Ausprägung des Autismus. Deshalb hat er motorische Schwierigkeiten, Koordinationsschwächen, ist sehr intelligent und verfügt über einen hervorragenden Sprachstil, den er allerdings kaum zur Anwendung bringen kann. Ben ist kaum fähig zu sozialer Interaktion, er verachtet Phrasen, die nur gesagt werden, um die Stille zu brechen und kann seine Gefühle nicht zum Ausdruck bringen.
Er lebt mit seiner Mutter (Marijke Pinoy) und seinem kleinen Bruder Jonas (Cesar De Sutter) – seine Eltern sind geschieden – in einer Wohnung und geht auf eine normale öffentliche Schule. Aufgrund seiner Krankheit wird er dort zum Mobbingopfer, denn er ist einfach nicht fähig sich zu wehren – auch wenn sein Vater (Pol Goossen) immer versucht hat, ihm diesen Abwehrmechanismus einzubläuen.
Ben spielt seit langem das Online-Rollenspiel “Archlord”: jeden Morgen von Viertel vor sechs bis drei Minuten nach halb sieben und jeden Abend, mittlerweile hat er es ins 80. Level geschafft und das ist wirklich top. In der Welt von Archlord hat Ben vor ca. einem Jahr Scarlite (Laura Verlinden) kennengelernt und bezeichnet die zwei als Paar: sie bestreiten die Haerausforderungen der Welt des Rollenspiels gemeinsam und warten aufeinander. Als ihr Spielpartner eines Abends denkwürdiges Zeug schreibt, nachdem er sie hat warten lassen, beschließt Scarlite ihrem Helden einen Besuch im echten Leben abzustatten, weil sie sich Sorgen macht: zurecht, denn die Mobbingstrategien von Bogaert (Titus De Voogdt) und Desmedt (Maarten Claeyssens) arten aus…
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Nicht nur Greg Timmermans hatte bei diesem Film mit seiner Rolle eine anspruchsvolle Aufgabe zu meistern, auch die anderen Schauspieler waren gefordert und sie alle haben ihre Sache wirklich super gemacht. Der oft ausdruckslose und abwesend wirkende Ben, der versucht ein guter großer Bruder zu sein und seiner Mutter Kummer zu ersparen, obwohl er von all dem keine große Vorstellung und Ahnung hat, sticht hierbei zwar etwas hervor, aber auch die verzweifelte Mutter, der kleine Jonas, der seinen großen Bruder nicht versteht oder die beiden Vorreiter der Angriffe auf Ben waren sicherlich nicht leicht zu mimen. Auch Nebenrollen wie die der Lehrer sind gut und überzeugend besetzt.
Der Name “Ben X” ruft auf deutsch schnell zusammen gesprochen zwar eine ähnliche Assoziation hervor wie auf niederländisch – nämlich “Ben nix”, im Original hat das ganze aber eine noch tiefere Bedeutung: “Ben niks.” heißt nämlich “Ich bin nichts.” und das aus dem Munde der Hauptperson. Auch die “Ben je geek” (“Bist du verrückt/blöd?”)-Plakate gehen in die gleiche Richtung und vor allem für Niederländer und Belgier gut verständlich.
Die Komponente des Rollenspiels ist nicht nur inhaltlich wichtig, sondern spielt auch stilistisch eine große Rolle. Immer wieder werden Zwischensequenzen eingeblendet, in denen der Avatar Bens zu sehen ist und einzelne Benutzeroberflächen wie Landkarten, Waffenauswahl oder Avatargestaltung werden über das normale Bild gelegt und als Unterstützung benutzt.
Die Geschichte ist einfach Herzergreifend, fesselt die Zuschauer und reißt sie mit. Die – durch seine Krankheit – ausweglose Situation des jungen Mannes ist unglaublich bewegend und auch filmisch so dargestellt. Seine Wahrnehmung wird nicht nur durch die verwendeten Archlord-Elemente, sondern auch durch Nahaufnahmen der Münder und Augen seiner Mitmenschen auf die Filmrolle gebannt. So kann man sich sehr gut in seine Lage hineinversetzen und sehen, was er sieht und fühlt, obwohl er es nicht ausdrücken kann.
Bei den Kamerazooms auf Ben selbst handelt es sich um Nahaufnahmen seiner Hände und Füße: die Hände sind verkrampft und die Füße wippen immer nervös, sobald er sitzt, und zeigen beim Laufen seine Koordinationsschwäche. Diese Symptome werden also von Anfang an gezeigt und im Verlauf des Films wird der Zuschauer durch Rückblenden an die Diagnose herangeführt. Die Besuche bei den verschiedensten Ärztn und Bens Verhalten in Kindertagen werden gezeigt und auch der Schauspieler des jungen Ben sticht auf exzellente Art hervor. So wird ein klares und tief gehendes Bild des zentralen Charakters gezeichnet.
Die Liebesgeschichte zwischen Ben und Scarlite – jemandem, der noch nie glücklich war und einem Mädchen, das er nur aus einem Rollenspiel und von einem Foto kennt – geht unter die Haut und ist ein extrem wichtiges Element in dem Prozess, den Ben im Film durchläuft: den Weg zu einem besseren und glücklicherem Leben. Es ist faszinierend, dass der Grundstoff hierfür in hm selbst geschlummert hat und nur eine Möglichkeit brauchte, irgendwie aus er Hülle “Ben” an die Oberfläche zu gelangen.
Das Ende ist beim besten Willen nicht vorhersehbar – also unerwartet – und sehr emotional. Es setzt ein Zeichen – nicht nur für alle diejenigen, die z.B. in der Schule ihren Mitschülern zum Opfer fallen, nur eil diese sich als etwas besseres und das Schikanieren anderer als amüsanten Zeitvertreib empfinden.
Das niederländische Drama aus der Feder von Nic Balthasar, der hier auch Regie führte (beides ein Debüt), und in den USA einige Awards für den besten ausländischen Film einheimsen konnte, ist ein echter Geheimtipp, der dem Zuschauer unter die Haut geht. Dafür gibt es
8,5/10 Punkten (mit steigender Tendenz).
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Hört sich sehr interessant an. Hatte damals einen Zeitungsbericht über den Film gelesen und werde auf DVD wohl nun einmal Ausschau danach halten.
Tolle Kritik, ich freue mich schon wahnsinnig auf die DVD VÖ.
also ich habe den film heute gesehen weil wir mit der schule im kino waren und ich musste fast heulen weil der ben total gemobbt wird und das einfach so traurig ist das ich wirklich vorm heulen war!!
Ein SUPER film!!! einfach klasse!! ich bin so froh den gesehen zu haben denn das is einfach ein hammer film!! interessant aber auch sehr traurig!! sehr bewegend!