Marie Antoinette
Im achtzehnten Jahrhundert herrschte am kaiserlichen Hofe Österreichs nicht nur die Kaiserin Maria Theresia (Marianne Faithfull) aus dem Hause Habsburg, sondern auch ihre scharfe Heiratspolitik, die darauf bedacht war, Habsburger und Bourbonen zu vermählen. Um die politische Stellung Österreichs innerhalb Europas zu verbessern, verheiratete die Regentin ihre Kinder schon in jungen Jahren mit Thronfolgern Spaniens, Frankreichs und der italienischen Königshäuser Neapel-Siziliens und Parmas. Die bekannteste – und die letzte – Eheschließung, die daraus hervorging, war die zwischen Maria Theresias jüngster Tochter Maria Antonia (Kirsten Dunst, Spider-Man) mit dem französischen Dauphin (Thronfolger) Louis Auguste (Jason Schwarzman, Verliebt in eine Hexe), Enkel Louis XVten (Rip Torn, MIB, Voll auf die Nüsse).
1768 wird die 14-jährige Maria Antonia mit Louis Auguste zwangsverheiratet; begleitet vom österreichischen Botschafter, dem Grafen von Mercy (Steve Coogan, Hot Fuzz), in eine Kutsche gesetzt, die sich auf den Weg nach Frankreich macht. Dort muss sie durch ein Zelt gehen, dass genau auf der Grenze zwischen den beiden Länder errichtet wurde. Der französischen Tradition nach, darf die Braut keine Dinge aus ihrer Heimat mit in ihr neues Zuhause nehmen: darunter fallen nicht nur ihr Hund Mops und ihr Schmuck, sondern auch ihre komplette Garderobe. Sie wird also, unter Aufsicht der ersten Hofdame, die Herzogin de Noailles (Judy Davis, Absolute Power), komplett entblößt und dann in französische Kleider gehüllt: aus Prinzessin Maria Antonia von Österreich wird die französische Dauphine Marie Anoinette.
Nachdem sie den himmelblauen Pavillon auf französischem Boden wieder verlassen hat, wird sie auf eine Lichtung gebracht, wo sie den König Frankreichs trifft und ihrem Gatten vorgestellt wird. Anschließend fahren sie alle zusammen zum Schloss von Versailles, wo die zukünftige Königin vom ganzen Hofstaat unter die Lupe genommen wird. Als sie die Menschenmassen hinter sich gelassen hat, werden ihr das Schloss und ihre Zimmer gezeigt. Nachdem die offizielle Hochzeit zwischen den beiden jungen zukünftigen Regenten vollzogen ist, beginnt für Marie Antoinette der Alltag des französischen Hofes: lächerliche Etikette, vor allen Dingen beim Essen und der Morgentoilette.
- Das ist lächerlich.
- Das, Madame, ist Versailles.
Von ihrer Mutter und dem französischen Hof geht ein enormer Druck aus, der auf Marie Antoinette lastet: um als französische Thronfolgerin zu 100% anerkannt zu werden, muss sie ihrem Volk einen Thronfolger schenken. Hierbei ergibt sich allerdings das äußerst hinderliche Problem, dass ihr 15-jähriger Gemahl sie kein bisschen zu begehren scheint und all ihre Versuche, mit ihm zu schlafen, kläglich scheitern. Der Hofstaat fängt an, ihr deutlich zu zeigen, dass sich dieser Umstand negativ auf ihre Stellung auswirkt und ihre Mutter schreibt besorgte Briefe. Sollte Marie Antoinettes Schwägerin vor ihr schwanger werden, könne Maria Theresias Tochter ihr Stellung womiglich vollends verlieren.
Marie Antoinettes Tanten Victoire (Molly Shannon, Scary Movie 4) und Sophie (Shirley Henderson, Harry Potter 2 & 4), die sie boshaft “die Österreicherin” nennen, benutzen ihre Nichte, um der Maitresse des Königs, Madame du Barry (Asia Argento), zu zeigen, wie abgeneigt sie ihr gegenüber sind. So erreichen sie es, dass die Dauphine die Ansichten ihrer Tanten gegenüber der Maitresse, einer Ex-Hure, die sich ihren Adelstitel erschlichen nur hat, teilt. Aus diesem Grunde spricht Marie Antoinette die Geliebte des Königs nicht an. Erst als ihre Mutter ihr widerholt mitteilt, sie sei besorgt, Marie Antoinette könne so beim König in Ungnade verfallen, richtet die Dauphine schließlich – nach zwei Jahren am Hofe Versailles – das Wort an Madame du Barry. “Es sind heute sehr viele Menschen in Versailles” sollten die ersten und die letzten Worte Marie Antoinettes an die du Barry sein.
Marie Antoinette möchte über ihre Perücke von ihrem Stylisten Leonard wissen: "Ist nicht zu viel, oder?"
Auch nach zwei Jahren der Ehe, gelingt es der Dauphine immernoch nicht, ihren Mann dazu zu bringen, ein Kind zu zeugen und muss dabei ertragen, wie sie bei Hofe ständig mit dem Thema Sex konfrontiert wird. Aus Frust umgibt sie sich mit der Prinzessin Lamballe (Mary Nighy) und der Comtess de Polignac (Rose Byrne, Troja, 28 Weeks later). Ihre eifersüchtigen Tanten machen Marie Antoinette hinter deren Rücken schlecht und verbreiten böse Gerüchte über sie. Zu allem übel bringt die Frau ihres Schwagers einen gesunden Jungen zur Welt und ihre Stellung bei Hofe verschlechtert sich zunehmend. Die junge Dauphine kompensiert all das durch den exzessiven Genuss der Annehmlichkeiten des Lebens, die Versailles ihr bietet: den Besuch der Oper, das Tanzen auf diversen Bällen, Pharo (Glücksspiel mit französischen Spielkarten), den Verzehr der kuntsvollsten (Süß-)Speisen und das Einkaufen von Kleidern, Schuhen, Perücken und Accessoires.
Sie bricht an vielen Stellen die Hofetikette und erntet hierfür keinerlei Ansehen. Als Louis XV. stirbt, wird Louis Auguste zu Louis XVI. und Marie Antoinette zur Königin Frankreichs. Letztere feiert kurz darauf ihren 18. Geburtstag, feiert und shoppt munter weiter wie zuvor. Frankreich wird immer ärmer, die Steuern steigen und das Volk leidet Hunger, weil das Land – um England die Stirn zu bieten – die USA finanziell unterstützt.
Marie Antoinettes Bruder, Kaiser Joseph von Österreich (Danny Houston, 30 Days of Night) stattet ihr schließlich – auf Wunsch ihrer Mutter – einen Besuch ab. Nachdem er mit Louis dem XVI. gesprochen hat, kommt es endlich zum Liebesakt und Marie Antoinette bringt eine Tochter, Marie-Thérèse, zur Welt. Ihre Stellung ist nun nicht mehr anzuzweifeln und ihr wird der Schlüssel zu ihrem Refugium, einer Villa auf dem Gelände Versailles überreicht, in dem sie sich nun vornehmlich aufhält.
Marie Antoinette mit ihrer ersten Tochter, Marie-Thérèse.
Zwar hatte sie sich einen Sohn gewünscht, aber in ihrer Tochter findet sie einenn entscheidenden Vorteil: für den Hof ist das Kind nicht von Bedeutung, was es ihr erlaubt, mehr Zeit mit ihr zu verbringen, als das bei einem Thronfolger der Fall gewesen wäre. Die Königin muss nun nicht weiter Frustshoppen, stellt ihre Garderobe auf einfache gartentaugliche Kleider um und verbringt viel Zeit mit ihrer Tochter. Sie hält sich fast nur noch in ihrem privaten Teil Versailles auf und genießt dort das Landleben, umgeben von Hühnern, Ziegen, Schafen und Blumen- und Kräuterbeeten. Hier gilt die Hofetikette nicht und sie kann sich ihren Hobbies hingeben, unter anderem dem Aufführen von Singspielen.
von Fersen kann Marie Antoinette verführen - ihren Gemahl lässt so ein Anblick (unverständlicher Weise) einfach kalt...
Als dann ein Empfang zu Ehren der Soldaten abgehalten wird, die in Amerika gekämpft haben, trifft Marie Antoinette den schwedischen Grafen von Fersen (Jamie Dornan) wieder, einen General, den sie schon auf einem pariser Maskenball ins Auge gefasst hatte. Sie lässt sich auf ein Verhältnis mit dem gutaussehenden Schweden ein, der schon vorher der Geliebte vieler Damen des Hofes von Versailles war. In seiner Gegenwart kann sie vollends in ihrer Kunst der Verführung aufgehen, was ihr bei ihrem Ehemann verwehrt bleibt. Der Besitz des Refugiums kommt Marie Antoinette hierbei sehr gelegen, denn es entpuppt sich als vortreffliches Liebesnest für sie und ihre Freundinnen.
Doch Graf von Fersen wird nicht sässhaft in Versailles, sondern reitet nach einiger Zeit wieder davon. Marie Antoinette trauert ihm nach, denn ihr Mann schenkt ihr immernoch keine Beachtung und springt nicht auf ihre subtilen Hinweise “das Bett aufzusuchen” an. Der König hat mit der überaus schlechten finanziellen Lage Frankreichs zu kämpfen, da die Gelder für Amerika in ungeahnte Höhen wuchern und Marie Antoinette werden nun – auch in der Zeitung – ihre vorangegangenen Eskarpaden vorgeworfen, die den Staat so viel Geld gekostet haben. Nachdem sie sich all die Jahre lang so offensichtlich nicht um die Lage des Volkes und die politische Lage des Landes geschert hat, fängt sie nun an, einige Vorschläge zur Verbesserung der Situation zu machen – zu spät.
Marie Antoinettes Mutter stirbt und die Königin bringt endlich den Thronfolger zur Welt, den das Land von ihr erwartet hat. Zwar hat sie ihr verschwenderisches Leben hinter sich gelassen, aber das hungernde Volk kann ihr nicht verzeihen und sie wird gehasst. Diese Stimmung schlägt auch auf den Hof selbst über und die Königin sieht sich mit einer ausweglosen Lage konfrontiert. Anhand von Portraits wird dem Publikum dann vermittelt, dass die Königin eine weitere Tochter zur Welt gebracht hat, die allerdings noch vor ihrem ersten Geburtstag stirbt.
1789 stirbt auch Marie Antoinettes erster Sohn und als im Zuge der französischen Revolution die Bastille gestürmt wird, verlässt der Hofstaat Versailles und nur das Königspaar bleibt mit seinen Kindern und ihren Bediensteten. Sie müssen das Schloss allerdings ebenfalls verlassen, nachdem ein aufgebrachter Mob, der die Scheiben des Schlosses mit Steinen einwirft und das Ziel verfolgt, Marie Antoinette zu töten, im Hof Versailles aufläuft.
Die königliche Familie besteigt ihre Kutsche und Marie Antoinette verabschiedet sich im Vorbeifahren von den Gärten, in die sie einst zu viel Geld investiert hat…
…
Als erstes möchte ich einer Frage nachgehen, die in Bezug auf den Film sehr oft aufkommt: war es richtig, die Rollen einer 14-jährige Prinzessin und eines 15-jährigen Prinzen mit Schauspielern zu besetzen, die schon 24 (Dunst) bzw. 26 Jahre (Schwartzman) alt sind? Meine Antwort darauf ist ein klares “Ja.”, da einige Leute zu vergessen scheinen, dass Marie Antoinette und Louis XVI. am Ende des Films, 1789, bereits Anfang/Mitte 30 sind. Wie hätte eine 16- bis 18-jährige Schauspielerinn das verkörpern sollen, ohne das Maske oder Computer sie künstlich hätten altern lassen müssen? Akteure auszuwählen, die sich etwa in der Mitte der beiden Zahlen befinden, halte ich also für eine gute Entscheidung.
Leider nimmt man Jason Schwartzman seine 15 Jahre zu Beginn des Films nicht wirklich ab, auch wenn er sich kindisch verhält. Andererseits ließen die französische Garderobe und die Etikette ja auch nicht wirklich zu, dass Kinder überhaupt Kinder waren; sehr schön zu sehen ist dies am Wandel Marie Antoinettes. Kirsten Dunst nimmt man die 14-jährige wirklich ab, als sie noch durchs Schloss von Wien rennt(!), mit ihrem Hund kuschelt, höher geschlossene Kleid trägt und ungeschminkt ist. Da kann man eher Romy Schneider vorwerfen, dass sie in Sissi nicht wie 16 ausgesehen hat, obwohl sie selbst erst 17 war.
Vielmehr wird so der extreme Wandel deutlich, den Maria Antonia durchlebt, als sie zu Marie Antoinette gemacht wird: der Gang durch den Pavillon und damit das Überschreiten der französischen Landesgrenze verändern ihr komplettes Leben: das Aussehen inklusive. Mit den französischen Kleidern, in denen Frauen zeigen, was sie zu bieten haben, einer aufwendigen Hochsteckfrisur, einem Hütchen, gepudertem Gesicht und geschminkten Lippen sieht wohl jede 14-jährige anders aus als ohne. Hier der Vergleich:
Marie Antoinette mit 14 Jahren im kaiserlichen Schloss von Wien
Einige Tage später, Marie Antoinette in französischer Garderobe.
Wo wir gerade bei den Schauspielern sind, knöpfen wir uns doch gleich einmal die Protagonistin, Kirsten Dunst, vor. Dass man ihr auch ein sehr junges Alter abkauft, haben wir ja gerade schon geklärt, aber wie sieht es im späteren Verlauf des Films aus? Marie Antoinette ist ein Film, bei dem es sich als überaus schwierig erweist, schauspielerische Leistungen so zu bewerten, wie sie es verdient haben. Kirsten Dunst wurde von so mancher Seite vergeworfen, sie liefe hier einfach nur als Party machende Porzellanpuppe mit einem dezenten Lächeln auf den Lippen durch die Gegend und sei ausdruckslos. Da stellt sich allerdings die Frage: “Hatte man am königlichen Hof nicht eine lächelnde Puppe zu sein, die sich allem – gerade der Hofetikette – fügt ohne zu murren?”. Den großen Druck, der ihr zu schaffen macht, kann sie gut rüberbringen und auch ihre Flucht vor politischen Aufgaben ins Einkaufen und Verzehren von Luxus- und Genussgütern, aus denen eine gewisse Abwesenheit resultiert, kann sie dem Zuschauer glaubhaft verkaufen. Eine extrem hohe Anforderung auf dem Niveau sehr anspruchsvollen Schauspiels wird hier gar nicht erst gestellt und den Vorhandenen Ansprüchen wird Kirsten Dunst gerecht.
Jason Schwarzmann muss kaum etwas anderes tun als ernst dreinzuschauen und auf dem Pferd sitzend eine gute Figur bei der Jagd zu machen. Louis Auguste ist in Versailles aufgewachsen und daher eine Marionette des Hofes. Das ist zwar extrem langweilig, aber insofer kann der Schauspieler den Anforderungen entsprechen. So einfach kann es dann wohl doch nicht sein, während eines gesamten Drehs immer den gleichen Gesichtsausdruck aufzusetzen. Sollte man das also nicht auch als Leistung anerkennen?
Hervorzuheben ist Asia Argento, die die Geliebte des Königs mimt. Sie rülpst an der königlichen Tafel, “verführt jeden Spiegel” und beschwert sich lauthals über Diener. Ihr Titel ist gekauft und in Wirklichkeit ist sie eine Hure – da muss ja etwas anderes (interessanteres?) herauskommen als bei, in Schlössern aufgewachsenen, eingesessenen Adeligen. Erst versucht sie, von der Königin akzeptiert zu werden, als es nicht klappt lässt sie sich anmerken, wie beleidigt sie ist und kurz nachdem Marie Antoinette sie angesprochen hat, wird sie ins Exil geschickt, weil der König stirbt. Keine so lange Zeit auf dem Bildschirm also, die Asia Argento dafür aber mit einem hohen Grad an Präsenz wettmachen kann.
Ebenfalls sehr überzeugend ist Steve Coogan als Gesandter Mercy, der versucht den Willen Maria Theresias gegenüber Marie Antoinette durchzusetzen und die junge Regentin dazu zu bringen, sich mit politischen Abgelegenheiten statt mit Modefragen zu beschäftigen.
Marie Antoinette ist ein von vorne bis hinten durchgestylter Film vor der immensen und eindrucksvollen Kulisse des Schlosses zu Versailles. Die Kostüme sind einfach umwerfend und Milena Canonero hat dafür absolut zurecht den Oscar gewonnen. Viele Frauen würden morden, um diese Kleider einmal tragen (oder auch nur berühren!) zu dürfen. Da der Film sich am französischen Hof abspielt, tragen nicht nur die Adeligen das Beste vom Besten, sondern auch an der Garderobe des Personals wird man absolut nichts auszusetzen finden. Der Schwerpunkt liegt dennoch ganz klar auf den exzessiven Shoppingnachmittagen der Dauphine/Königin: Unmengen von Stoffen werden hier kombiniert, um daraus die wundervollsten Kleider zu machen. Dutzende von Schuhen (entworfen von Manolo Blahnik) werden der Königin zur Auswahl vorgelegt. Fächer, Hüte, Strümpfe, Accessoires wir Blumen, Federn und sogar künstliche Vögel finden sich in Marie Antoinettes ausgefallenen (Turm-)Frisuren wieder. Allein an einem Bildband mit all diesen Kleidern , Frisuren und Accessoires könnte man sich stundenlang ergötzen.
Torten, Kleider, Schuhe, Service: ein Genuss jagt den nächsten
Ebenfalls einen eindrucksvollen, farbenfrohen und vor Luxus nur so strotzenden Bildband könnte man aus den vielen (Süß-)Speisen erstellen, die während des Film präsentiert und verzehrt werden. Teilweise sehr schnell geschnitten, werden dem Zuschauer hier in Sekundenabständen Bilder präsentiert, die ihm das Wasser im Munde zusammenlaufen und die Augen übergehen lassen: Torten & Fruchtteller mit Schoko-und Karamelgittern, Blütendeko, Marzipanverzierungen und leuchtenden Glasuren wurden so exquisit hergerichtet, dass man sich teils fragen könnte, ob es sich dabei wirklich um Essbares handelt – und nicht um Kunstobjekte.
In diesem Teil des Films handelt es sich bei Marie Antoinette also in erster Linie um einen Augenschmauß erster Güte, der von einem peppigen Soundtrack untermalt, wird der 100%ig passt und sich von den Klängen des 18. Jahrhunderts abhebt (die man aber vereinzelt auc auf die Ohren bekommt), dem ganzen einen modernen Stempel verpasst und den Film auffrischt. Wenn die Königin ihren Stylisten bestellt, Schuhe anprobiert, Kleider auf den Leib geschneidert bekommt oder einfach nur irgendeinen genialen Entwurf Canoneros trägt und die dazu passende Musik ans Ohr des Zuschauers gelangt, macht ihm dieses audiovisuelle Feuerwerk einfach Spaß.
Allerdings geht es ja nicht den ganzen Film über nur ums Einkaufen. Mit fast zweistündiger Spielzeit ist der Film sehr lang und verfügt – dem entsprechend – über die eine oder andere Länge. Das rührt daher, dass der Film keine Handlung hat oder eine Geschichte erzählt, wie man es erwartet, sondern viel mehr die Geschichte beschreibt. Sehr viel passiert hierbei nicht, da die Gewichtung deutlich zu Gunsten der ausführlichen bildlichen Beschreibung gesetzt wurde.
Die Kulisse des Schlosses von Versailles ist – wie schon weiter oben gesagt – einfach fantastisch. So ruht die Kamera oftmals auf einem Brunnen, einem Gartenteil oder dem Panorama Versailles und nichts passiert. Man kann sich natürlich darüber streiten, ob “etwas passiert”, wenn Marie Antoinette alleine oder in Begleitung ihrer Freundinnen die langen Treppen vom Garten zum Schloss erklimmt und die Prozedur dabei in ihrer ganzen Länge dem Zuschauer vorgeworfen wird, aber ein schöner Rücken kann ja bekanntlich auch entzücken.
Von so manchem kritischen Mundwerk wurde der Film daher als Paris Hilton-Abklatsch in der Luft zerrissen; etwas, dass ich einfach nicht nachvollziehen kann. Ja, Paris Hilton läuft mit ihrer Tinkerbell herum und hat den ganzen Tag nichts anderes zu tun als Shoppen zu gehen und Party zu machen – weil sie nicht weiß wohin mit ihrem Geld und ihrer Zeit: aber das ist doch nicht stilvoll! Wer es vorzieht der Hotelerbin an Marie Antoinettes Stelle zuzugucken, der wird so einiges verpassen. Und diejenigen, die nach der Sichtung des Films der gleichen Meinung sind, die müssen wohl Tomaten auf den Augen gehabt haben oder eingeschlafen sein, als es um Marie Antoinettes Beweggründe ging.
Paris Hilton gibt Geld aus, um sich zu profilieren und sie ist nichts anderes gewohnt, bei Marie Antoinette hingegen war die initiale Zündung fürs Shoppen und Vergnügen eindeutig Frust. Sofia Coppola präsentiert uns also nicht nur einen rosaroten Shoppingmarathon der Monarchin, sondern auch ihre Probleme, die das Verhalten nachvollziehbar machen. Marie Antoinette ist einem enormen Druck durch ihre Mutter, ihren Mentor Mercy und dem gesamten Hofstaat ausgesetzt: sie muss einen Sohn zur Welt bringen. Wie denn aber, wenn ihr Mann sie so offensichtlich kein Stück begehrt und all ihre Versuche, ihn zu animieren, keinen einzigen Erfolg verbuchen. Um sie herum geht es ständig nur um das Eine: die Geliebte des Königs verführt diesen fast bei Tisch, Paare huschen an ihr vorbei und verkünden dabei lauthals, was sie gleich im Schlafgemach vorhaben. Dann wird auch noch ihre Schwägerin schwanger und schenkt einem potenziellen alternativen Thronfolger das Leben. Insgesamt muss Marie Antoinette sieben Jahre lang auf ihre Hochzeitsnacht warten: wer würde da denn nicht frustshoppen oder versuchen diese zermürbende Enttäuschung auf anderer Ebene zu kompensieren?
Nach der Geburt ihrer Tochter besinnt sie sich auf das Einfache, ihre Kleider sind schlicht und geeignet für den Garten, sie lebt wie auf dem Land und verzichtet auf Speisen aus der Hofküche, erfreut sich stattdessen an der Milch ihrer Ziegen. Doch ihr Durst nach körperlichem Begehren wird hierdurch nicht gestillt und sie lässt sich auf die Liaison mit Graf von Fersen ein, einem attraktiven Mann, dem ein ziemlicher Ruf vorauseilt, nachdem er schon so einige adelige Damen – nicht nur mit seiner bloßen Anwesenheit – beglückt hat. Jetzt kann die junge Königin in ihrer Verführungskunst aufgehen und sich endlich begehrt fühlen – bis die Liaison zu Ende geht. Wie schon vorher schenkt ihr Mann ihr nicht die gewollte und verdiente Aufmerksamkeit. Dieses Mal verfällt sie allerdings nicht erneut in ihre verschwenderische Art, sondern führt ihr eher geruhsames Leben in ihrem Teil Versailles.
Auf die Schicksalsschläge, die Marie Antoinette im Folgenden ereilten, legte die Drehbuchautorin und Regisseurin Sophia Coppola dann allerdings – aus welchem Grund auch immer – nicht mehr so viel Wert. Der Film endet 1789 mit der Abreise des Königspaares aus Versailles, dem letzen Schicksalshieb des Drehbuchs. Die weitaus persönlicheren und daher tiefgehenden Schicksalsschläge werden dem Publikum allerdings so unverhofft und unerklärt vorgeworfen, dass es sie ohne historisches Vorwissen kaum fassen kann. Marie Antoinettes zweite Tochter stirbt elf Monate nach ihrer Geburt, was nur durch ein Gemälde dargestellt wird, auf dem das jüngste Kind nach kurzer Zeit retuschiert wird (das im Übrigen einem echten Porträt nachempfunden ist, s.u.). Anschließend wird ein Kindersarg auf eine Kutsche geladen und Louis XVI., seine Frau, seine Tochter und sein Sohn tragen Trauer. Ist in dem Sarg nun die verstorbene Tochter? Nein. Der erstgeborene Sohn und auserkorene Thronfolger des Paares verstirbt zwei Monate vorm Sturz der Bastille und sein Leichnam wird in dieser Filmszene auf die Kutsche geladen, um zur Beisetzung gebracht zu werden. Aber woher soll Otto Normal das Wissen? Man könnte natürlich auf die Idee kommen, das ganze am Alter der Kinder festzumachen, wobei sich allerdings ein Problem ergibt: in den sechs bis sieben Jahren, denen im Film kaum sechs bis sieben Minuten zukommen, altern die Kinder quasi nur auf einem Porträt und den jüngeren Sohn vom älteren vor sechs Jahren zu unterscheiden ist schier unmöglich. Auch die elfjährige Marie-Thérèse scheint immernoch höchstens acht zu sein.
Marie Antoinette mit Marie-Thérèse (links), dem Daupin (rechts) und ihrer zweiten Tochter (Wiege)
Nach dem Tod des jügsten Kindes, wird es wegretuschiert.
Originalbild: Porträt von Marie Antoinette und ihren Kindern, Élisabeth Vigée-Lebrun, 1787 (Quelle: s.u.)
Anders als im Original, das durch warme Farben, das rote Kleid und den kunstvollen Schlossteppich besticht, wurde das Portrait im Film an die Zeit der Trauer und des Schicksals adaptiert und statt dem Rot ein kaltes Blau gewählt.
Damit wären wir also beim historischen Gehalt des Films angelagt, einem Thema, das ich der Ordnung halber chronologisch abgehen werde.
Ich habe keine Ahnung, aus welchem Grund Sophia Coppola ihren Film im Jahre 1768 beginnen lässt, fand die Vermählung Marie Antoinettes mit Louis Auguste doch erst Mitte 1770 statt. Im Film wären die beiden Eheleute also erst 12 und 13 gewesen, was man den Schauspielern nicht abkauft und – historisch betrachtet – nicht richtig ist.
Was die Personen angeht, hält sich das Drehbuch relativ genau an die bekannten geschichtlichen Fakten: der Gesandte Mercy begleitet Marie Antoinette an den französischen Hof, was man aufgrund der Briefwechsel zwischen ihm und Maria Theresia von Österreich – die auch im Film in Teilen vorkommen – mit Sicherheit weiß. Auch dass der jungen Thronfolgerin die strenge Herzogin de Noailles zur Seite gestellt wird, ist wahr.
Ihre beiden Tanten, Madame Victoire und Madame Sophie benutzten die junge Dauphine nachweislich für ihre Spielchen gegen die Maitresse des Königs und beeinflussten Marie Antoinette maßgeblich in deren Einstellung gegenüber der Du Barry. Als Marie Antoinette anfing, sich statt mit ihren Tanten mit der Princesse Lamballe und der Duchesse de Polignac zu umgeben, wurden die beiden Töchter des Königs eifersüchtig und setzten Gerüchte über die zukünftige Königin in die Welt. Als die Duchesse de Polignac sich in Versailles niedergelassen hatte, verdrängte sie die Prinzessin Lamballe zunehmend. Die Worte “Es sind heute sehr viele Menschen in Versailles” Marie Antoinettes an des Königs Geliebte waren in der Tat, nachgewiesener Maßen, die ersten und die letzten, die sie an sie richtete.
Historisch belegt ist auch, dass die Duchesse de Polignac nach und nach ihre Familie an den französischen Hof holte und die Königin, Marie Antoinette, ihr dabei half, ihren Verwandten wichtige Posten im Königshaus zukommen zu lassen. So traf der Hass des Volkes auf Marie Antoinette auch die Comtesse de Polignac. Im Film wird das alles nur angeschnitten: man merkt, wie die Duchesse den Platz der Prinzessin Lamballe einnimmt und sie [die Prinzessin] teils abwertend beäugt. Dass ihrer Familie bei Hofe ein immer größer werdender Einfluss zukommt, wird jedoch nicht dargestellt; zu Beginn der französischen Revolution erfährt das Publikum lediglich, dass das Volk “[einen ernormen Hass gegen die Gräfin Polignac hegt, weil man sie für ein Protegé der Königin hält]“. Nachdem dieser Umstand vorher nicht explizit ausgeführt und dargestellt wurde, ist diese Aussage aber recht zusammenhangslos.
Dass Marie Antoinette sich sehr für Mode und Frisuren interessierte und einen extrem verschwenderischen Lebensstil führte ist nicht nur bekannt, sondern auch ein geschichtlich belegter Umstand. Hiermit beschäftigt Sofia Coppola sich in ihrem Film sehr ausführlich und eben diese Auseinandersetzung mit der Vorliebe fürs Einkaufen, die Marie Antoinette hegte, macht die Umsetzung zu einem modernen, bunten (bzw. rosa-roten) Film mit ordentlich Pepp.
Als die schlechte Stimmung des Volkes gegenüber seiner Königin sich auch bei Hofe deutlich bemerkbar macht, sehen wir im Film Marie Antoinette, die Prinzessin Lamballe und die Gräfin Polignac, die aus der Zeitung vorliest. Sie ist belustigt von der Schlagzeile Marie Antoinette habe Thomas Jefferson eine Privataudienz durch die Gärten Versailles gegeben und das passende Bild, auf dem “Jefferson das königliche Gestrüpp bewundert”. Als erstes liest sie jedoch einen anderen Artikel vor, in dem es heißt: “Und als ich zur Königin kam, um ihr zu sagen, dass ihre Untertanen kein Brot mehr haben; wisst ihr was sie da sagte? – Dann gebt ihnen Kuchen.”. Dieser Ausspruch wurde Marie Antoinette tatsächlich von der Presse angedichtet, sie hat diese Worte aber nie gesagt, denn dabei hendalt es sich in Wirklichkeit um einen Erguss Jean-Jacques Rousseaus, den er bereits niederschrieb, als die Dauphine noch nicht zur Königin gekrönt worden war.
Marie Antoinettes Singspiele und das Anlegen eines ländlich anmutenden Dörfchens mit Gärten und Tieren (im Film werden dem Zuschauer Schafe, Ziegen und Hühner präsentiert) gefielen weder dem Adel noch den Bauern. Die adeligen waren beleidigt und brüskiert, weil die Königin die Hofetikette und das Schloss selbst mied und sich stattdessen in eine Welt zurücksog, die derjenigen eines armen Bauern nachgeahmt war und in der sie auch noch arme Leute auf der Bühne spielte (auch das ist im Film zu sehen). Die Bauern hingegen fühlten sich hierdurch lächerlich gemacht und die Königin erntete auch von ihner Seite nur Missgunst und Abneigung.
Das arme Volk war auch nicht gerade erfreut über Marie Antoinettes Vorlieben für kostspielige Kleider, Schuhe, Accessoires und Frisuren, weshalb Marie Antoinette sich in einem einfachen Leinenkleid malen ließ. Allerdings rief dies beim Volk nicht die erhoffte Reaktion hervor: die Seidenweber gingen brüskiert auf die Straße und protestierten gegen den schlechten Geschmack der Königin, bei dem es kein Wunder sei, würden sie verhungern und ihr Berufszweig aussterben. Marie Antoinette konnte es also niemandem Recht machen und das ganze Fiasko gipfelte in Buh-Rufen, die die Königin nach einem Theaterstück vom (adeligen) Publikum erntete. Nun musste die Königin endgültig einsehen, wie verhasst sie war. Im Film kommt diese Szene vor, allerdings wird Marie Antoinette nicht ausgebuht, sondern mit einheitlichem Schweigen bestraft. Eine Szene, die sehr gut umgesetzt wurde und durch eine vorangegangene Szene im ersten Teil des Films eine sehr intensive Wirkung entfalten kann. Nach der ersten Hofaufführung, der Marie Antoinette in Versailles beiwohnt, fängt sie an zu klatschen. Die Pinzessin Lamballe unterrichtet sie umgehend darüber, dass die Hofetikette das Klatschen bei dieser Art von Anlass untersagt. Die Dauphine hört trotzdem nicht auf zu applaudieren und schafft es schließlich, dass das gesamte Publikum den Schauspielern mit stehenden Ovationen Tribut zollt. Das Schweigen an der Stelle von Buhrufen wirkt daher noch erdrückender und stellt einen sehr intelligent platzierten Schachzug Coppolas dar.
Marie Antoinette lässt sich im Garten mit ihren Kindern malen und trägt dabei ein einfaches Leinenkleid ohne Schnick-Schnack und eine schlichte Frisur.
Im Film feiert Marie Antoinette kutze Zeit nach ihrer Krönung zur Königin Frankreichs ihren 18. Geburtstag mit viel Champagner und einer schicken Torte. In Wirklichkeit wurde die Dauphine aber schon ein halbes Jahr vorm Besteigen des Thrones 18 Jahre alt.
Ob Marie Antoinette jemals einen Liebhaber hatte, ist nicht geklärt und nicht belegbar. Allerdings wird der schwedische Graf von Fersen in vielen Biografien als ihre Affäre dargestellt – wie es auch im Film der Fall ist. Ein Punkt also, der nicht ganz so umstritten ist wie der Charakter Marie Antoinettes selbst. Dass die Dauphine und Königin die Hofetikette hasste und teils nicht befolgte ist belegt, ihre Beweggründe sind allerdings nicht so eindeutig begründet festzusetzen. Im Film wird also eine Theorie dargestellt: die der frustrierten jungen Ehefrau, die erst durch ihre Tanten und dann durch die Prinzessin Lamballe und die Gräfin Polignac an die Vergrnügungen, die Versailles zu bieten hat, herangeführt wird. Die Umsetzung dieser Thematik ist Sofia Coppola in ihrem Film sehr gut gelungen. Coppola suchte sich diese Sichtweise aus (der Film basiert auf der Marie Antoinette-Biografie der britischen Historikerin Antonia Fraser aus dem Jahre 2001), weil Marie Antoinette hier nicht so negativ und teils auch abwertend beschrieben wird wie in manch anderer Biografie (aus diesem Grund lehnte sie beispielsweise die vom österreichischen Autoren Stefan Zweig verfasste Biografie als Vorlage ab).
Da Antonia Fraser nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Historikerin ist, ist der Film geschichtlich gesehen ziemlich korrekt, allerdings gelingt es Sofia Coppola nicht, Zusammenhänge so darzustellen, dass der Zuschauer sie versteht. Im ganzen Film wird nur einmal eine Jahreszahl eingeblendet: ganz zu Beginn die “1768″, die eigentlich eine “1770″ sein müsste. Anschließend verliert der Zuschauer den zeitlichen Faden und hat teilweise nicht nur keine Ahnung, wie alt die Personen gerade sind, sondern kann auch nicht nachvollziehen, was die Bilder einem denn nun an Handlung vermitteln wollen (z.B. als die zweite Tochter und der erste Sohn des Paares kurz hintereinander sterben).
Mit über zwei Stunden ist der Film – dafür, dass er kaum Action (im Sinne von es passiert etwas) bietet – sehr lang geraten. Aufnahmen des Schlosses und dessen Gärten geben dem Zuschauer hier noch ein zusätzliches Gefühl aufkommender Langeweile. Die Shopping- und Vergnügungssequenzen sind allererste Sahne, aber so viel Zeit nehmen sie dann im Verhältnis doch nicht ein. Bei dieser langen Screentime hätte Sofia Coppola die daraus resultierende Möglichkeit nutzen sollen, das Verständnis der Zusammenhänge beim Zuschauer zu unterstützen – stattdessen stiftet sie Verwirrung. Aus fetzigem Film-Pop-Art mit einem peppigen und modernen Soundtrack, der die leckeren Bilder untermalt, auf der einen Seite und den Längen sowie den nicht deutlich werdenden Zusammenhängen auf der anderen Seite ergeben sich erstmal mittelmäßige 5/10 Punkten. Hier ist die Bewertung bei den meisten zu Ende, allerdings ist es sehr schade, dass eben diese Leute die Charakterstudie Marie Antoinettes übersehen und nicht berücksichtigen. Der Teil des Films, der es schafft, Marie Antoinette von z.B. “I’m so hot”-Paris Hilton zu unterscheiden, bringt ihm so doch noch mehr Punkte ein, damit er nicht im morastigen Umfeld des Mittelmaßes versinkt. Es ist wirklich schade, dass dieser Aspekt von kaum einem bemerkt oder einfach ignoriert zu werden scheint, denn hier hat Sofia Coppola eine Thematik aufgegriffen, die eigentlich gerade die Zuschauerinnen nachvollziehen können und als sehr tragisch empfinden sollten. Damit bekommt Marie Antoinette im Ganzen
7/10 Punkten.
Gerne hätte ich mehr Punkte vergeben, aber die Unklareiten und die fehlende zeitliche Einordnung lassen dies leider nicht zu.
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Andere Meinungen:
TheRudi (6/10)
Ø 6,5/10
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Bilder aus Marie Antoinette © Sony Pictures Entertainment
“Originalbild”: (Bildquelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/fd/Lebr04.jpg/180px-Lebr04.jpg)









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