Archiv für 1. Januar 2009

Crank 2: High Voltage – Erster Teaser

FUCK! FUCK!! FUCK!!!

Viele Fucks werden wir in der Crank-Fortsetzung mit Jason Statham in der Hauptrolle als auf jeden Fall finden. Außerdem diverse Elektroschocks, nackte Haus, Sex, Blut und Linkin Parks Sänger Chester Bennington, der Chev Chellios schon in Crank das Nasenspray ans Herz gelegt hat. (Im Hintergrund zu hören: Linkin Park – Given Up)

Funny Games U.S. (2007)

Funny Games U.S.

Die Eltern Ann (Naomi Watts, Tödliche Versprechen, The Ring) und George (Tim Roth, Pulp Fiction, Reservoir Dogs) fahren mit ihrem Sohn Georgie (Devon Gearhart) für ein bis zwei Wochen in ihr Ferienhaus. Es befindet sich in einer um einen See gelegenen Feriensiedlung voll mit großen Anwesen gut betuchter Leute. Schon als sie ankommen, fällt ihnen das merkwürdige Verhalten ihrer Nachbarn auf, die mit zwei fremden jungen Männern im Garten stehen. Peter (Brady Corbet), einer der beiden jungen Männer, hilft gemeinsam mit dem Nachbarn beim Zu-Wasser-Lassen des Bootes der Familie. Während Vater und Sohn das Segelboot klar machen, kommt Peter wieder und bittet Ann um vier Eier. Die fallen ihm jedoch auf den Boden und er bekommt vier neue. Plötzlich kommt auch der zweite junge Mann, Paul (Michael Pitt, Mord nach Plan) dazu, ein Streit bricht vom Zaun und eskaliert in einem Beinbruch Georges.

Die beiden Psychopathen Peter und Paul beginnen nun mit ihrem Spiel: sie wetten, dass die Familie innerhalb der nächsten 12 Stunden des Zeitliche segnet und die Opfer sollen dagegenhalten…

Funny Games U.S. ist vor allen Dingen eins: langweilig und absolut sinnlos. Der Film hat nicht die Spur einer Aussage, da es ledigich ums Töten zur Belustigung geht. Stellenweise passiert nichts und man kann es niemandem verübeln, sollte er in einer dieser Passagen wegdösen oder einschlafen.

In diesem Film findet sich keine schauspielerischen Leistung und bei Michael Pitt und Brady Corbet sucht man sogar das schauspielerische Talent vergebens. Die beiden wurden gecastet, um psychopathisch auszusehen – das tun sie und dafür müssen sie sich nciht anstrengen oder verstellen. Das Problem dabei ist, dass alles von Anfang an klar ist. Außerdem kann ich persönlich mit dieser Art von Psychopathen nicht wirklich etwas anfangen: sie machen es nicht spannend und weil der Ausgang der Geschichte durch ihre Neigungen sowieso klar ist, wird noch mehr Wind aus den Segeln genommen, was für einen Psychothriller absolut tödlich ist.

Als Stilmittel benutzt Autor und Regisseur Michael Hanecke unter anderem die direkte Kommunikation Pauls mit dem Zuschauer: er lässt seinen Protagonisten in die Kamera blicken und das Publikum direkt ansprechen. Das ist allerdings absolut deplatziert, denn es widerspricht der instabilen Luftblase, in der die Psychopathen ihre Funny Games spielen zu 100 Prozent. Die dafür benötigte Abgeschiedenheit und die Abwesenheit anderer Personen als der Opfer lassen sich nicht mit diesen Anspracheeinlagen vereinbaren.

Wer Michael Pitt sehen will, der sollte lieber zu Mord nach Plan greifen, denn Funny Games U.S. schafft es gerade einmal auf
3,5/10 Punkten.

Du bist anderer Meinung oder willst dir deine eigene Meinung bilden? Dann geht’s hier zu DVD.

Unleashed – Entfesselt (2005)

Unleashed – Entfesselt

Danny (Jet Li, WAR, Die Mumie 3) wird von seinem “Onkel” Bart (Bob Hoskins, Manhatten Love Story) gehalten wie ein Tier – genauer gesagt wie ein Hund: er trägt Lumpen und ein Halsband, wohnt in einem Käfig und isst ohne Besteck aus der Dose. Er wirkt abwesend und zurückgeblieben, denn wenn er das Halsband trägt, ist er der stille und gefügige Untertan seines Herrchens. Nimmt dieser ihm jedoch das Halsband ab, wird Danny zur Killermaschine und mäht jeden nieder, der sich ihm in den Weg stellt.

Sein Onkel hat ihn über 30 Jahre lang dahingehend abgerichtet und trainiert, um ihn in seinem Unternehmen von Geldeintreibern benutzen zu können. Bart lässt Danny die Arbeit machen und vergnügt sich jeden Abend mit einer neuen Nutte. Danny wird wie Dreck behandelt und nur zum Arbeiten aus seiner Gefangenschaft befreit. Auch die beiden nähesten Angestellten Barts, Raffles (Vincen Regan, 300) und Georgie (Tamer Hassan, Layer Cake, Tödliche Versprechen), behandeln ihn wie einen Hund und lassen ihm gerne den Vortritt, wenn es brutal  wird. In seiner – im Boden eingelassenen – Zelle hat Danny nichts außer einem Boxsack, einer Decke, einem Teddybären und einem ABC-Kinderbuch.

In diesem Buch, das Danny oft durchbättert ist u.a. ein Klavier abgebildet, dass den Mann fasziniert. Als die Gruppe um Bart einen Auftrag in einem Antiquitätengeschäft durchzieht, muss Danny in einem Raum voller Klaviere auf seinen Auftritt warten und trifft dort auf den blinden Klavierstimmer Sam (Morgan Freeman, WANTED, Sieben). Letzterer bittet ihn, ihm bei seiner Arbeit zu helfen, doch als Danny von seinem Herrchen gerufen wird, gehorcht er und verschwindet.

Nach einem Anschlag auf den engsten Kreis der Organisation – Bart, Danny, Raffles und Georgie – flieht Danny, der sich als Einziger noch rühren kann, und wartet bei den Klavieren im Antiquitätenlager auf Sam. Als der Blinde ankommt, bricht Danny in Folge seiner Verletzung zusammen und Sam nimmt ihn mit nach Hause, um ihn dort aufzupeppeln. Danny wacht bei Sam und dessen Tochter Victoria (Kerry Condon) auf und wird von den beiden bekocht und auf die Beine gebracht. In der netten kleinen Familie bekommt Danny die schönen Seiten des Lebens gezeigt und wird ein neuer Mensch. Leider läuft er eines Tages Raffles über den Weg, der ihn zurück zu Bart schleift und ihm droht, Sam und Victoria etwas anzutun, sollte Danny nicht kooperieren…

Wer Jet Li unterstellt, er könne nur kämpfen, dafür aber nicht schauspielern, der wird in Unleashed – Entfesselt eines Besseren belehrt. Insofern ist der deutsche Titel etwas fehlleitend: bei “entfesselt” denkt man sofort an “drauf losgelassen/-gehetzt”, böse Absichten und Zerstörungswut des Entfesselten und sehr viel Hau-Drauf-Action. Darum geht es in diesem Film allerdings nicht schwerpunktmäßig. Der Originaltitel Danny the Dog ist meiner Meinung nach der passendere, denn der Film beschäftigt sich in erster Linie mit der Person, dem Charakter Danny und dessen Entwicklung. Jet Li spielt diesen Wandel unerwartet eindrucksvoll, emotional und ergreifend.

Danny wurde von seinem “Herrchen” Jahrzehnte lang gdrillt, was ihm nicht ermöglicht hat, eine normale Persönlichkeit aufzubauen, die (Außen)welt zu sehen, eine normale Entwicklung durchzumachen und Wissen anzuhäufen. Er ist also teilweise mit einem kleinen Kind zu vergleichen; z.B. wenn er – bewacht von seinem Teddybären – schlafen geht, das ABC-Bilderbuch durchblättert oder im Auto versucht, möglichst viele visuelle Eindrücke seiner Umgebung aufzuschnappen. Jet Li mimt hier einen sehr liebenswerten Menschen, der – trotz seines Aufwachsens in Gefangenschaft – für andere empfindet und damit soziales Verhalten zeigt. Wenn Danny den gerissenen Boxsack verarztet, anstatt sich um seine eigene Wunde zu kümmern, nachdem der in Strömen auslaufende Sand ihn so traurig gemacht hat, ist das sehr ergreifend.

Wer nun befürchtet, Action habe in diesem Film keinen Platz gefunden, den kann ich beruhigen. Zwar wird Action dem Zuschauer hier nicht stetig geboten, die Stellen, an denen Action konzentriert präsentiert wird, sind aber sehr gut choreographiert (Zuständig hierfür war Yuen Wo Ping, der auch in der Kill Bill- sowie der Matrix-Reihe und in The Forbidden Kingdom für die richtige Choreographie sorgte). Besonders einprägsam ist hierbei ein Kampf zwischen Danny und einem anderen Mann, der sich teilweise in einer Toilettenzelle von ca. 2 m² abspielt.

Morgan Freeman ist eine super Besetzung für den blinden Klavierstimmer, der Danny in seine Familie aufnimmt ohne Fragen zu stellen und auch Sams Tochter hat mit Kerry Condon eine passende Verkörperung gefunden. Die beiden sind diejenigen, die Danny neue Worte beibringen, ihm zeigen wie man kocht und was Melonen, Vanille und Eis sind. Hierbei ergeben sich einige witzige Szenen. Bob Hoskins gibt ebenfalls eine gute Vorstellung ab und spielt den Geldeintreiber Bart als harten, brutalen und gierigen Knochen, für den Danny die Bestätigung seines Drill-Projekts darstellt. Den widerwärtigen Gangster ohne Skrupel und gewöhnliche Gefühle, dafür aber mit einem verschobenen Weltbild, nimmt man ihm ohne Murren und Knurren ab.

Wer – neben den Schauspielern – auch ganze Arbeit geleistet hat, sind Kameraleute und Cutter; Kamerafahrten, -einstellungen und -führung sind sehr gut und wurden in der Nachbearbeitung sehr schön zusammengeschnitten, sodass sich einige ansprechende Szenenübergänge im Film widerfinden, die im Kopf des Zuschauers hängenbleiben. An Kamerafahrten sind vor allen Dingen diejenigen um das unterm Klavier spielende Kind (real) und die letzte durch das Zimmer und den Flügel (teils animiert) zu erwähnen.

Musik spielt in Unleashed ebenfalls eine große Rolle, denn der Film dreht sich um einige Pianisten, den Beruf Sams und Danny Faszination für das Tasteninstrument. Der Zuschauer bekommt zwischenzeitlich also – als Zuhörer – etwas auf die Ohren. Hierbei handelt es sich um klassische Stücke, die der/die eine oder andere Pianist/in unter euch eventuell auch selbst schon gespielt hat. Den Soundtrack zum Film steuerte Massive Attack bei. Meist eher elektronisch gehalten, bieten diese Songs das Gegengewicht zur Komponente der Tasteninstrumente, in manchen Stücken kommt es auch vor, dass sich beide Komponenten mischen.

Insgesamt ist Unleashed – Entfesselt ein toller Film, der die Anforderungen und Erwatungen an einen Jet Li-Actioner deutlich zu übertreffen weiß. Unerwartet viel Herz und Tiefgang verbinden sich hier mit stylish choreographierten Kampfpassagen und Jet Li zeigt der Welt, dass er nicht nur ein Kampfkünstler, sondern auch ein guter Schauspieler ist. Für diejenigen die sich für gewöhnlich von Jet Li-Filmen distancieren, weil sie mit Martial Arts nichts anfangen können, ist dieser Streifen durch die Schwerpunktverlagerung also durchaus eine Überlegung wert. Unleashed – Entfesselt hat sich somit
9/10 Punkten erkämpft.

Dieser Film hat sich wirklich einen Platz in jeder DVD-Sammlung verdient. Du hast ihn noch nicht im Regal stehen? Das kannst Du hier ändern!!

Das Jahr 2008: Tops und Flops

Insgesamt habe ich in diesem Jahr ziemlich viel Mist gesehen – gute Filme musste man manchmal mit der Lupe suchen und wochenlang regten keine Neustarts zum Kinogang an, aber ein paar Perlen gab es dann doch noch. Im Kino hielt sich der Schrott zum Glück in Grenzen (da freut sich das Portemannaie!), aber auf DVD gab es wirklich einigen Schund zu sehen…

Hier also meine persönlichen Film-Charts fürs vergangene (Kino)Jahr:

Kino – Tops:

  1. WALL•E
  2. Brügge sehen… und sterben?
  3. John Rambo
  4. The Dark Knight
  5. Tödliche Versprechen – Eastern Promises

Kino – Flops:

  1. Babylon A.D.
  2. Leg dich nicht mit Zohan an

DVD – Tops:

  1. Ben X
  2. Keinohrhasen
  3. Unleashed – Entfesselt
  4. Ratatouille
  5. Das Waisenhaus

DVD – Flops:

  1. Nacho Libre
  2. Eden Log
  3. Der Nebel
  4. I Am Legend
  5. The Happening

Frohes Neues!!

isinesunshine.de.vu wünscht Euch allen ein frohes neues Jahr!! Hoffentlich stoßt ihr gerade – wie ich – nach isinesunshinescher Art ;) mit pinkem Sekt an, um anschließend pinke Raketen in die Luft zu schießen… :D

Feiert also noch schön, trinkt nicht zu viel und schlaft euch morgen ordentlich aus.

:)


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28.04.09 - Ein Quantum Trost
05.05.09 - Walzer mit Bashir
12.05.09 - Im Winter ein Jahr
19.05.09 - Bolt - Ein Hund für alle Fälle
26.05.09 - Glaubensfrage
02.06.09 - Der seltsame Fall des Benjamin Button
03.06.09 - Sweeney Todd (Open Air)
09.06.09 - Gomorra (OmU italienisch)
16.06.09 - Vicky Cristina Barcelona
23.06.09 - Entre les Murs (OmU französisch)
30.06.09 - Gran Torino
07.07.09 - Slumdog Millionaire (OmU englisch)
14.07.09 - Milk 21.07.09 - Der Vorleser

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