Quarantäne
Dieses Remake des spanischen Horrrorfilms [•REC] hatte ich schon im Voraus als überflüssigen und schlechten Aufguss des wirklich guten Originals eingestuft – zu Recht.
Die Tatsache, dass die Amis den Film aufgrund ihres gekränkten Egos nachgedreht haben wirkt nach wie vor lächerlich, doch es kommt noch dicker: wer den Film gesehen hat, kann den Filmemachern zusätzlich noch ein sehr hohes Maß an Arroganz anrechnen. Nicht nur, dass die Amerikanisierung sogar einem Blinden auffallen würde, tut der Film geradezu so als habe [•REC] es verpasst ein richtig guter Horrorstreifen zu sein.
ACHTUNG: der folgende Text enthält SPOILER!!
Bei der Amerikanisierung des Films fängt es schon damit an, dass Angela Vidal, die Protagonistin, viel mehr im Rampenlicht steht als die Feuerwehrleute, über die sie berichten soll. Im spanischen Original wirkt alles wesentlich glaubhafter und professioneller. Im Remake schließt die Reporterin ein Wette mit einem Feuerwehrmann ab und gewinnt und er wettet im Gegenzug sie zu vögeln – was hat denn das mit dem Film zu tun?! Eine Szene, in der es ebenfalls stark auffällt, ist das Basketballspiel. Im Original wirft erst ein Feuerwehrmann einen Korb, dann Angela und schon geht der Notruf ein. Im Remake wirft nur Angela einen Korb und nach ihrem Freudentanz wird die Zeit bis zum Notruf noch weiter ausgedehnt. Sei es dadurch, dass sie soviel Spaß an der Stange hat oder die Duschen besichtigen darf: typisch Amis und schlichtweg überflüssig und unnötig für den Film.
Aber nicht nur der Anfang wurde weiter ausgeschmückt und übertrieben, sondern auch der Film selbst. So werden aus keinem Haustier im Original kurzerhand zwei Hunde und eine Ratte in der amerikanischen Version. Aus gebrochen sprechenden Asiaten werden Afrikaner, die die Sprache weder sprechen noch verstehen, aus einem Arzt wird ein Tierarzt und aus einem Dämon wird die Tollwut. Blu und Ekel werden ums Verrecken ausgedehnt bis sie schließlich genauso ins übertriebene Unnötige versinken wie so viele Komponenten des Films. Die ABC-Leute tragen Waffen und S.W.A.T. verteilt Kopfschüsse. So haben die Amis es doch tatsächlich geschafft, den Film mit allem unnötigen Material aufzustocken und dafür die interessanten Dinge unter den Tisch fallen zu lassen.
Der ganze Film bringt keinerlei Authentizität mit sich – ganz anders als das Original. Der Reporterin nimmt man weder ihren Bericht ab, noch ihre Aktionen und Reaktionen im versiegelten Haus. Alles ist lasch und der Feinschliff fehlt merklich. Am schlimmsten ist das Durchwühlen der ganzen Akten und Berichte am Ende des Films und das Auffinden des Tonbandgerätes. Einfach alles öffnen und runterwerfen ohne einen Blick dafür verschwendet zu haben, während man “Was ist das? Was ist das? Was ist das? …” fragt… Wer zur Hölle würde sowas machen? Richtig. Niemand. So wirkt vieles lächerlich und wie sich diese Tatsache auf einen Horrorfilm auswirkt ist ja wohl jedem klar: es kann nichts draus werden.
Noch mehr Abzug bekommt der Film dank der (vermutlich betrunkenen oder bekifften) Marketingabteilung. Wenn sowohl der Trailer als auch das Fimplakat bereits das Ende verraten, dass ist das alles andere als gut und absolut keine Anregung den Film sehen zu wollen. Das lässt vielmehr darau schließen, dass es sonst keine guten Szenen gab, die man hätte verwenden können.
Quarantäne kann sich also mit Nichten gegen das Original behaupten – nichtmal im Ansatz und bleibt mit mickrigen
2/10 Punkten
auf der Strecke.
Da warten wir lieber auf [•REC]².
Ansonsten gibt es aber auch Quarantäne auf DVD.










Senf-Dazugeber: