Archiv für 15. April 2009

Crank: High Voltage (2009)

Crank: High Voltage

Chev Chelios (Jason Statham) lebt. Der Sturz aus dem Hubschrauber konnte ihn zwar außer Gefecht setzen, töten aber nicht. Leider wurde das Außer-Gefecht-Setzen von den Chinesen ausgenutzt: sie schneiden dem Adrenalin-Junkie das Herz aus der Brust und ersetzen es durch ein künstliches. Jetzt braucht Chev kein Adrenalin mehr, um sich am Leben zu erhalten, sondern Elektroschocks. Und am Leben bleiben muss er auf jeden Fall, um seinen Plan in die Tat umzusetzen: er will sein Herz zurück und alle umlegen, die es ihm genommen haben…

Bei der Fortsetzung eines solchen ersten Teils geht man selbstverständlich mit sehr hohen Erwartungen und Ansprüchen ins Kino. Darüber waren sich die Macher von Crank: High Voltage anscheinend im Klaren und setzten in jederlei Hinsicht noch einen drauf: Gewalt, Diskriminierung, Sex – von allem gibt es noch viel mehr als im ersten Teil.

In Crank: High Voltage geht es so ziemlich jedem männlichen Darsteller ordentlich an die Eier – aber so richtig ordentlich und explizit. Ebenfalls explizit gezeigt wird das blutige Entfernen von kleineren Haut-/Körperstücken, die das Abschlagen der Hand in Teil 1 deutlich übertreffen. Hier fliegt und fließt Blut ohne Ende und etliche Böse sowie Unbeteiligte müssen dran glauben.

Aber Gewalt ist ja nicht das einzige Thema, das dem Film eine FSK kJ eingebracht hat: auch in puncto Sex geht es in dieser Fortsetzung deutlich länger, wilder, expliziter, öfter und mit mehr Nahaufnahmen zur Sache als im Vorgänger. Der Briefkasten in Chinatown, um den sich eine Menschentraube gesammelt hat, ist ja schließlich nichts gegen eine Pferderennbahn mit einer halben Stadt auf den Zuschauerrängen. Die Geschlechtsteile wurden aber trotzdem verpixelt :P . Die Männerwelt kann sich in diesem Streifen an leicht bekleideten Frauen und deren Brüsten satt sehen. Beim Pornodarsteller-Streik erkennt mann dann vielleicht sogar die eine oder andere Dame wieder (das war zumindest vorhim im Kino so – schon irgendwie lustig von allen Seiten zu hören “Boah, geil, das is doch die … aus dem und dem Porno!!” :D ).

Wie oben angesprochen, geht es auch in Sachen Diakriminierung härter zu und rassistische Ausdrücke wie “Schlitzaugen” und “Reißfresser” sind noch das Harmloseste. Ein Schwuler, der am “Ganzkörper-Tourette”-Syndrom leidet, SM-Spielchen mit mehreren schwarzen und einem weißen Schwulen, eine alte Dame, an der Reibung erzeugt wird, ein psychisch zusammengebrochener Assistenzarzt mit einer notgeilen Psychiaterin, … Hier geht es vielen Sparten bzw. Gesellschaftsgruppen an den Kragen und das so grenzwertig, dass der Film auf keinen Fall für jedermann geeignet ist!

Bekannt als blank ziehende Skandalnudel ist Bai Ling, die hier ebenfalls einen Part spielt. Der ist aber viel kleiner als es Trailer und sonstige Ankündigungen vermuten ließen – zum Glück, denn das wäre wirklich nervtötend gewesen. Ebenfalls winzig ist die Nebenrolle von Chester Bennington (Sänger von Linkin Park), der schon im ersten Teil zu sehen war.

Im  Film finden sich zahlreiche Hinweise und Anspielungen auf andere Filme, unter anderem auf die Transporter-Reihe und Godzilla.

Wie auch in Crank wurde hier mit optischen Stilmitteln: mit neuen aber auch mit einigen aus dem ersten Teil. Es gibt keine Splitscreens und im Film ablaufenden Film – Google Earth, stockende Bilder, die Einblendung von Schrift und gesättigte Farben sind aber erhalten geblieben. Es gibt viele Symbole und einige Rahmen/Hintergründe, die eingeblendet werden, um das Geschehen zu unterstreichen. Dazu zählt auch ein “Brandloch”, das in Fight Club so treffend beschrieben wurde.

Außerdem bietet der Film einen rasanten und wilden Soundtrack, den man sich auch außerhalb des Kinos gut anhören kann. (Hier kann man mal reinhören)

Crank: High Voltage ist zum Brüllen komisch und noch rasanter, härter, extremer und verdorbener sowie viel übertriebener als der erste Teil (vorausgesetzt man hat kein Problem mit dem grenzwertigen Humor). Der Film bietet keine Überraschungen, dafür aber beste Unterhaltung. Alles in allem ist er – bis jetzt – der beste Kinofilm und damit natürlich auch die beste Fortsetzung des Jahres 2009. Genau so viele Pnkte wie sein Vorgänger und damit fast die Höchstwertung erreicht er mit
9/10 Punkten.

The Strangers (2008)

The Strangers bietet mit Liv Tyler in der Hauptrolle einen Grund zum Ausleihen bzw. Kauf des Films, allerdings entpuppt er sich dann doch als einer der Horrorstreifen, die die Welt wirklich nicht braucht.

Da kommt eine Frau, die man fast schon verachten muss, nachdem sie den Heiratsantrag ihres Freundes abgelehnt hat, weil sie “[nicht weiß was los ist]“, mit eben diesem Nicht-Verlobten in ein abgelegenes Haus und eine merkwürdige Frau klopft an die Tür.

Weil jetzt eh alles krieselt, fährt der Mann alleine Kippen kaufen und die komische Frau kommt wieder. Die Frau drinnen kriegt Angst und das eskaliert, als ein Mann mit einem weißem Sack auf dem Kopf vorm Fenster steht.

Leider arbeitet der Film mit nichts anderem als weißen Masken/Säcken und wer fürchtet sich schon (bzw. noch) davor? In Das Waisenhaus war der Sack auf dem Kopf super, allerdings gab es da noch viele andere Mittel, die daraus einen guten Streifen machten.

Ansonsten ist alles an dem Film genau so bleich blass wie die Masken. Keine Schockmomente, keine Überzeugenden Aktionen, Reaktionen und Handlungen; dafür aber viele ausschießlich vorhersehbare. The Strangers ist also sehr langweilig und der Anfang, der das Ende bereits beinhaltet, trägt nur noch mehr zur Vorhersehbarkeit bei.

So schafft es dieser schwache Streifen, dem ich das Prädikat “Horror” auf keinen Fall zuschreiben kann auf erschütternde
0/10 Punkten.

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