Bis jetzt steht Slumdog Millionär an der Spitze meiner persönlichen Kino-Charts diese Jahres. Das kann sich natürlich noch ändern, die sehr gute Wertung wird dem Film dadurch aber dennoch nicht streitig gemacht werden.
Eine bewegende Geschichte wird hier erzählt und in adäquate Bilder gefasst. Anfangs weiß man noch nicht wirklich worum es geht und fragt sich, ob man sich vielleicht irgendwo ver- bzw. etwas überlesen hat. Wo stand denn da was von indischen Terroristen? – Ah, gut, es geht doch um die Spielshow “Wer wird Millionär”. Malik erzählt seine bisherige Lebensgeschichte schrittweise und hangelt sich so von Frage zu Frage, was viele Zeitsprünge mit sich zieht. Der Film spielt im Jetzt, in der Kindheit und Jugend des Protagonisten, in den letzten Stunden und in den letzten Wochen. Zwischen den einzelnen Zeiten kann man aber problemlos differenzieren: diesbezüglich treten also keine Probleme auf.
Der Zusammenhang zwischen Fragen und Lebensgeschichte ist wirklich gut arrangiert – spricht fürs Drehbuch. Die Schauspieler verleihen ihren Charakteren Tiefe und spielen sie somit glaubhaft.
Der Film ist – wie die Kindheit Maliks – voll von Gewalt, deren Darstellung allerdings angemessen und nicht zu explizit ausfällt. Durch den Realismus des Films ist sie auch so schon sehr präsent.
Natürlich ist der Film in gewissem Maße vorhersehbar, an einigen Stellen überlegt man aber selbst hin und her, welcher von zwei Möglichen Ausgängen einer Handlung nun eintreten wird. Männer lernen aufgrund eines derartigen Teil-Ausgangs: Frauen bekommt man durch Geld. Natürlich eine äußerst fragwürdige Aussage, die sicherlich nicht auf alle weiblichen Wesen dieser Erde zu verallgemeinern ist.
Das einzige, was mich ein bisschen gestört hat, war die Bollywood-Friede-Freude-Eierkuchen-wir-tanzen-lustig-auf-dem-Bahnsteig-Endsequenz; aber so bot der Film immerhin einen krönenden Abschluss für die Fans dieses Genres.
Das Drehbuch, die gelungene Umsetzung und die Wahl der Schauspieler verhelfen Slumdog Millionär zu
9/10 Punkten.









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