Public Enemy No. 1 – Mordinstinkt
Wie wird aus einem Franzosen, der in Algerien dienen und dort an seine moralischen Grenzen gehen musste, der Staatsfeind Nr. 1; ein gewalttätiger Bankräuber?
Mit dieser Frage beschäftigt sich der erste Teil der Public Enemy No. 1-Filme. Die französische Produktion erzählt die Geschichte des fiktiven Charakters Jacques Mesrine, der aus dem Krieg nach Hause kommt und dort mit einem Freund die schiefe Bahn einschlägt.
Gespielt wird Jacques Mesrine von Vincent Cassel (Die purpurnen Flüsse), der mit seiner Rolle so beachtlich zunahm, dass sein Bauch im zweiten Teil (Todestrieb) schon fast mit Gérard Dépardieus konkurrieren kann. Cassel hatte von Anfang an darauf bestanden , einen facettenreichen Charakter zu geben, was ihm auch gut gelingt. Er zeigt viele verschiedene Seiten und macht den Werdegang des Gangsters zu einem glaubhaften. Der Protagonist, Jacques Mesrine, ist eine fiktive Person, was ihn von einigen Genrekollegen des Gauner- und Ganovenstreifens unterscheidet (z.B. Bank Job, 21, Die Gentlemen bitten zur Kasse), die auf wahren Begebenheiten beruhen.
Dépardieu spielt hier einen lokalen Gangsterboss – und das routiniert gut. Den Drecksack kauft man ihm sofort ab.
Ebenfalls im Film zu sehen ist Cécile de France, die Mesrines Freundin verkörpert. Die von Natur aus aggressive und Anderen gegenüber eiskalte Frau, die letztendlich erst durch Gefängnis in ihren Grundansichten und – einstellungen gebrochen wird, spielt sie glaubhaft.
Punkten kann der Film aber nicht nur mit seinen Schauspielern, sondern auch mit seiner Story und seinem teils sarkastischem, ironischen und intelligenthumorigen Unterton in den Dialogen.
In diesem, ersten, Teil wird dem Zuschauer vor Augen geführt, wie besessen und von sich selbst überzeugt der Mann ist, dessen Geschichte in Todestrieb weitergeführt wird. Das Verständnis dieses zweiten Teils unterstützt der erste, weshalb man sie durchaus in der vorgesehenen Reihenfolge ansehen sollte – auch wenn der zweite teil alleine stehen kann.
Insgesamt zeichnet Public Enemy No. 1 – Mordinstinkt ein gutes Bild von Jacques Mesrine; eine Leistung für die es
7,5/10 Punkten
gibt.










Senf-Dazugeber: