Archiv der Kategorie 'Uni-Kino'

8 Blickwinkel - heute im Uni-Kino SB

8 Blickwinkel

Land: USA
Regie: Pete Travis
Darsteller: Dennis Quaid, Matthew Fox, Forest Whitaker, Sigourney Weaver, William Hurt
Länge: 90 Min.

Im Jahre 1950 begründete die japanische Regielegende Akira Kurosawa mit dem Film “Rashomon” eine neuartige Erzähltechnik in der Filmwelt. Er ließ in jenem Film eine Gerichtsszene viermal hintereinander ablaufen, jedes Mal aus der Sicht eines anderen Charakters, was dazu führte, dass der Zuschauer immer mehr Informationen über das Geschehen erhielt und sich so langsam ein Bild aus dem Puzzle ergab. Nach diesem Prinzip geht auch “8 Blickwinkel”, das mit Dennis Quaid, Sigourney Weaver, William Hurt und Forest Whitaker prominent besetzte Kinodebüt von Regisseur Pete Travis, vor. Kann der Film seinem packenden Quasi-Vorbild das Wasser reichen?
Ein Ereignis, viele Sichtweisen
Anlässlich einer Konferenz, auf der 150 Staaten ein schärferes Abkommen im Kampf gegen den weltweiten Terrorismus beschlossen haben, will US-Präsident Ashton (William Hurt) auf einem Marktplatz im spanischen Salamanca die Ergebnisse den jubelnden Massen präsentieren. Dazu soll er jedoch nicht mehr kommen, denn gerade, als er zum Mikrofon schreitet, wird er auf dem Podium von einem Heckenschützen niedergestreckt. Kurze Zeit später detonieren zwei Bomben und reißen dutzende Menschen in den Tod. In diesem Chaos versuchen die beiden Secret Service-Agenten Thomas Barnes (Dennis Quaid) und Kent Taylor (Matthew Fox), den Attentäter ausfindig zu machen. Doch auch andere Personen haben das Ereignis verfolgt, so hat zum Beispiel der amerikanische Tourist Howard Lewis (Forest Whitaker) das denkwürdige Geschehen mit seinem Camcorder aufgezeichnet und auch die TV-Producerin Rex Brooks (Sigourney Weaver) hat ein paar wichtige Szenen mit ihrem Übertragungswagen aufgezeichnet. Diese und weitere Sichtweisen ergeben langsam aber sicher ein Bild, das viel größer ist, als jede einzelne vermuten lässt…

Uni-Kino, SB

Das Uni-Kino hat, studentengerecht, faire Preise:

€2,50 pro Karte oder €10,- für fünf Karten

Sound
Der Sound ist nicht perfekt, Kinofeeling kommt hier aber durchaus auf.

Verpflegung muss elbst mitgebracht werden.

Der Kinosaal ist das Auditorium Maximum (kurz AudiMax), also der größte Hörsaal der Uni.

Parkmöglichkeiten
an jedem Unieingang befindet sich ein Parkhaus. Mit dem Bus ist der Campus ebenfalls sehr gut erreichbar.

Adresse:
AudiMax (Geb. B 4.1)
Campus der Universität des Saarlandes

Homepage

Bisher in diesem Kino gesehen:

The Rocky Horror Picture Show

Tödliche Versprechen - Eastern Promises

“Tödliche Versprechen - Eastern Promises” am Dienstag im Uni-Kino

Am Dienstag um 19.00 Uhr läuft im Uni-Kino (AudiMax, Geb. B 4.1) der Crime-Thriller “Tödliche Versprechen - Eastern Promises” als OmU und fährt dabei u.a. mit Viggo Mortensen und Vincent Cassell (Die purpurnen Flüsse) auf.

Land: Großbritannien / Kanada / USA
Regie: David Cronenberg
Darsteller: Viggo Mortensen, Vincent Cassel, Armin Mueller-Stahl, Naomi Watts
Länge: 100 Min.

Bei einer Geburt in einem Londoner Krankenhaus stirbt die junge russische Mutter in den Armen der Hebamme Anna (Naomi Watts). Anna setzt alles daran, die Angehörigen des verwaisten Säuglings zu finden, da die Identität der Mutter unbekannt ist. Es wird jedoch vermutet, dass sie eine illegale osteuropäische Prostituierte war. Annas einzige Hinweise sind ein in russisch geschriebenes Tagebuch und ein Streichholzbriefchen mit dem Namen eines russischen Restaurants. Anna folgt der Spur und trifft dabei auf Nikolai (Viggo Mortensen). Der arbeitet für den ebenso einflussreichen wie zwielichtigen Restaurantbesitzer Semyon (Armin Müller-Stahl). Als Anna entdeckt, dass das Tagebuch Beweise enthält, die Semyon und seinen Sohn Kyrill (Vincent Cassel) für viele Jahre hinter Gitter bringen können, schwebt sie bereits in Lebensgefahr.
“Tödliche Versprechen” ist ein spannendes Portrait der russischen Mafia gelungen. Ob es der Realität entspricht, kann wohl keiner beurteilen, aber man kann sich zumindest vorstellen, dass es in Wirklichkeit so abläuft.
Der Film brilliert durch gute Schauspieler, gute Optik und schwarzen Humor. Vor allem Viggo Mortensen überzeugt in seiner Rolle als Mafioso. Ähnlich wie in Cronenbergs früherem Meisterwerk “A History of Violence” wird Brutalität recht detailliert dargestellt, was den Film an Glaubwürdigkeit gewinnen lässt.

Passend hierzu ist der Film das Titelthema des Filmparts der aktuellen Ausgabe ( 06|08 ) des piranha (kostenlos im Saturn erhältich), in dem der Streifen vom Autoren des entsprechenden Artikels (Gerhard Maier) als “meisterhafter Genre-Meilenstein” gelobt wird:

Ein junger Mann, der statt einer Rasur per Rasiermesser einen Lüftungsschlitz in der Haksregion verpasst bekommt, ist der harte Einstieg in David Cronenbergs brillianten Crime-Thriller “Tödliche Versprechen - Eastern Promises”, der tief in die Londoner Unterwelt führt.

Aus jener Schattenwelt, so ein Leben nichts wert ist und die Sitten rau sind, stammt auch eine namenlose minderjährige Schwangere, die eines Nachts auf die Station der Hebamme Anna (Naomi Watts) eingeliefert wird. Während der Geburt des Kindes verstirbt die junge Frau, nichts außer einem in Russisch verfassten Tagebuch hinterlassend. Anna will dem Baby die Odyssee durch die Insitutionen staatlicher Fürsorge ersparen und begibt sich mit eben jenem Tagebuch bewaffnet auf die Suche nach der Familie des toten Mädchens. Erste Spuren führen Anna zum Restaurant des scheinbar vertrauenswürdigen Semjon (Armin Müller-Stahl), der bereitwillig seine Hilfe bei der Übersetzung des Tagebuches anbietet. Was Anna jedoch ncit ahnt: Semjon, sein Sohn Kirill (Vincent Cassel) und dessen Fahrer und Bodyguard Nikolai (Viggo Mortensen) sind Mitglieder der berüchtigten Bruderschaft Vory V Zakone, Speerspitze der organisierten Kriminalität Marke Russland. Ebenso wie das Restaurant nur Fassade für das Verbrechensimperium des Patriarchen Semjon ist, sind seine geheuchelte Anteilnahme und sein Familiensinn nur Blendwerk. Stattdessen schmiedet Semjon schön Pläne, das Tagebuch zu vernichten, finden sich darin doch höchst belastende Aussagen, die den Mafiaboss in bedrängnis bringen könnten. Dadurch ausgelöst setzt sich eine Kette von Ereignissen in Gang, die mit Mord, Verrat und Intrigen das Leben jedes der Beteiligten erschüttern wird und vor allem Nikolai an die Grenzen dessen führen wird, was sein Gewissen erlaubt.
Nur an der Oberfläche erscheint Cronenbergs zweite Zusammenarbeit mit Viggo Mortensen als Gradliniger Crime-Thriller, denn was der Regisseur aus dem Drehbuch des Engländers Steven Knight bastelt, ist nichts Geringeres als eine virtuose Neuinterpretation des Genres. In einem düsteren Spiegelbild Londons leuchtet Cronenberg eine Schattenwelt aus, in der Loyalität und Lippenbekenntnis bleibt, moralische Grenzen nicht existent und Ausbrüche brutaler Gewalt ständige Wegbegleiter sind. Vor diesem Hintergrunf lässt Cronenberg seine Figuren als facettenreiche und nachvollziehbare Charaktere erstehen und flicht aus dem sozialen Gewerbe seiner Protagonisten mit inszenatorisch höchste Geschick eine düster schimmernde Perle des Crime-Kinos. Denn den hinter jeder iegung lauernden Einblicken in Motivation nud Psyche seiner Figuren setzt Cronenberg plötzliche Explosionen von Gewalt gegenüber und zieht sein Publikum immer tiefer in den Sog der sich auffärchenden Geschichte. Der vierminütige Kampf des unbekleideten Nikolai gegen zwei Angreifer im nüchternen Ambiente eines Dampfbades berauscht als formidabel umgesetztes Ballet der Brutalitäten ebenso wie die mit überraschenden Wendungen gespickte Handlung, die Cronenberg in inszenatorischer Strenge entfaltet. Als Indiz dafür, dass Cronenberg zu den derzeit wichtigsten Regisseuren zählt, als fesselndes Unterweltdrama und nicht zuletzt als meisterhafter Genre-Meilenstein ein unabdinglicher Tipp.

Ich hoffe, dass ich am Dienstag im Kino vertreten bin und diese Meinung anschließend unter- bzw. meine eigene aufschreiben kann. Dank des vorstehenden Artikels sind meine Erwartungen an den Film jedenfalls relativ hoch.

übrigens: Das DVD-Release ist nächsten Montag ( 02.06.2008 )

There will be blood - am 27.05.

Am Dienstag läuft im Uni-Kino There will be blood als OmU mit Oscar-Preisträger Daniel Day-Lewis in der Hauptrolle.

Land: USA
Regie: Paul Thomas Anderson
Darsteller: Daniel Day-Lewis, Dillon Freasier, Russell Harvard
Länge: 158 Min.

Kalifornien, zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Clever, gerissen und skrupellos setzt sich Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) an die Spitze des gerade einsetzenden Erdölbooms. Durch einen Tipp erfährt er von einem riesigen, nicht erschlossenen Ölfeld, das sich unter der Farm der Familie Sunday in der Kleinstadt Little Boston befindet. Wie immer will er den Farmern das Land billig abkaufen, das Öl fördern und weiterziehen. Doch dieses Ölfeld wird zu seinem Schicksal. Denn obwohl sie seinem Vorhaben erst zustimmen, stellen sich die Sundays Plainview im Laufe der Zeit immer mehr in den Weg, allen voran Sohn Eli (Paul Dano), der fanatische Laienprediger der Gemeinde. Der Öl-Multi Standard Oil treibt Plainview in die Enge, Unglücksfälle überschatten die Bohrarbeiten. Schließlich sind es zwei Katastrophen in Plainviews eigener Familie, die den Einzelgänger selbst, seine engsten Mitstreiter und die ganze Stadt mehr und mehr in den Untergang treiben.
Nachdem Ausnahmeregisseur Paul Thomas Anderson im Jahr 2000 mit “Magnolia” den Goldenen Bären gewonnen hat, ist er mit seinem neuen Meisterwerk “There will be blood” erneut auf der diesjährigen Berlinale im Wettbewerb vertreten. Anderson präsentiert ein überwältigendes Epos über den Aufstieg und Fall eines Öl-Tycoons der Gründerzeit - basierend auf Upton Sinclairs Roman “Öl!” aus dem Jahre 1927. Oscar-Preisträger Daniel Day-Lewis (”Gangs of New York”) als obsessiver Unternehmer auf der einen und Shooting-Star Paul Dano (”Little Miss Sunshine”) als machtbesessener Bibel-Fanatiker auf der anderen Seite liefern sich ein gnadenloses Duell, das sie immer tiefer in einen Strudel aus Neid und Missgunst, Hass und Rache, Tod und Verderben zieht. Vor der atemberaubenden Landschaft Kaliforniens zeichnet Anderson nach, wie aus den ureigensten Trieben des Menschen Zerstörung und Chaos erwächst.

Wie immer im AudiMax, um 19 Uhr geht’s los.

Kino Open Air am 04. Juni 2008

Am Mittwoch, den 4. Juni gibt’s an der Uni Saarbrücken Kino Open Air auf dem Mensavorplatz.

Bei freiem Eintritt läuft ab 22.00 Uhr The Rocky Horror Picture Show.


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