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Alles Mögliche total verfilmt!

Total verfilmt

Beim Durchstöbern des Itnternets bin ich auf freeqnet auf eine interessante Blogparade gestoßen, die sich rund ums Thema “Verfilmungen” dreht. Eine Topic, die deshalb interessant ist, weil sie innerhalb der letzten Zeit an Aktualität gewonnen hat. Neben klassischen Filmvorlagen, sprich Büchern, werden nun vermehrt Spiele, wahre Begebenheiten, die Geschichte, Sagen und Mythen, Comics, Graphik Novels, TV-Serien oder Filme selbst als Vorlage und Inspiration für “neue” Filme benutzt.

Bücher total verfilmt

Zuerst will mich also der klassischen Variante, der Buchvorlage, widmen. Diese Filme haben den großen Vorteil, dass sie schon eine Fangemeinde mitbringen und so auch den einen oder anderen Nicht-Kinogänger vor die große Leinwand locken. Auf der anderen Seite sind sie von Seiten der Bücherwürmer einem hohen Druck ausgesetzt; nämlich dem, das Buch mindestens angemessen, besser aber hervorragend in Bilder umzusetzen. So scheitern sie unter den Fans der Bücher teilweise an Kleinigkeiten wie dem “falschen” Aussehen eines Schauspielers. Ist eine Figur im Buch blond und im Film schwarzhaarig, kann selbst dieses Kinkerlitzchen schon zum riesigen Stolperstein werden. Zu den bekanntesten Verfilmungen dieser Kategorie gehören sicherlich Der Herr der Ringe (HdR) und Harry Potter. Die HdR-Bücher von Tolkin habe ich nicht gelesen und von den Filme bisher nur die Kinoversion des ersten Teils gesehen, weshalb ich mich an dieser Stelle lieber über Harry Potter auslasse. Die Bücher habe ich alle gelesen – und zwar hab ich damit schon bevor der Boom losging begonnen; über 9 Jahre ist es jetzt schon her, dass die ersten beiden Teile unterm Weihnachtsbaum lagen. Auch hier waren die Anforderungen und Erwartungen an die Filmemacher natürlich enorm, da die Fangemeinde vor dem Erfolg der Filme schon riesig war. So kommt es, dass sich die Geister über die filmische Umsetzung scheiden. Ich persönlich finde die Filme auf jeden fall gut, die ersten beiden waren super. Ab dem dritten nahm die Nähe zur Vorlage leider immer stärker ab – und das nicht nur aufgrund der extremen Komprimierung.

Ein anderer Nachteil ergibt sich dann, wenn der Film von weiteren Büchern gefolgt wird bzw. wenn ein Buch einer Reihe verfilmt wird und man anschließend die restlichen Bücher liest: die Fantasie wird enorm eingeschränkt! Das Paradebeispiel hierfür ist wiederum Harry Potter. Vor dem Erschienen der Filme hatte man ein völlig anderes Bild von Harry, Dumbledore, Hogwarts und der Winkelgasse, als nach dem ersten Film. Bei den nachfolgenden Büchern stellte man sich dann alles wie im Film vor und die alten Bilder verblassten langsam, aber sicher. Einige wenige meiden genau aus diesem Buchverfilmungen, ich gehöre allerdings nicht dazu.

Eine sehr gelungene, aber eher unbekanntere, Reihe von Krimiverfilmungen, die ich aber supergerne gucke, sind Elizabeth Georges Inspector Lynley Myteries. Diese werden filmisch super umgesetzt und durch die Reduktion gegenüber der Vorlage und das damit verbundene Wegfallen ausschweifender Beschreibungen, können sie die Bücher oft übertrumphen.

Ebenfalls aus der Sparte Krimi (bzw. Thriller) finde ich die Verfilmungen der Bücher von Jean-Christophe Grangé super. Hier wären Die Purpurnen Flüsse und Das Imperium der Wölfe. Ersterer ist der bessere der zwei, aber beide haben eine sehr positive Eigenschaft, was das nachträgliche Lesen der Bücher betrifft: die Stories (die Enden inklusive) wurden so verändert und gekürzt, dass das Buch auch anschließend immernoch spannend ist – den Film ergänzt. Hier besteht außerdem der enorme Vorteil, dass der Autor höchstpersönlich die Drehbücher adaptiert hat und sein Stil und seine persönliche Note so beibehalten wurden.

Eine Verfilmung, die ich in diesem Jahr gesehen habe, und die mir super gefallen hat, ist Twilight. Die Vorlage habe ich nicht gelesen, aber nach dem zu urteilen, was man so von denjenigen hört, die die Biss-Bücher kennen, soll die Umsetzung sehr gut gelungen sein.

Wie Sand am Meer gibt es zum Beispiel Rosamunde Pilcher-Verfilmungen, die Zählen allerdings zu denjenigen Filmen, mit denen ich absolut nichts anfangen kann. Immerhin gefallen sie ja aber trotzdem vielen (älteren) (weiblichen) Fernsehzuschauern und das ist dann ja doch irgendwo positiv und damit auch anzuerkennen. Außerdem bieten sie ja auch Stoff für Parodien (wie z.B. in switch reloaded :D ).

Dann wären da noch Literaturverfilmungen, von denen ich allerdings nur äußerst selten die Vorlage gelesen habe; und wenn, dann meistens in der Schule. Da wären zum Beispiel Romeo & Julia, Romeo + Julia, Was vom Tage übrig blieb, Woyzeck, Sinn und Sinnlichkeit oder The Hours. Hiervon habe ich bis auf die letzten drei alle Vorlagen gelesen, gefallen haben mir davon allerdings nur Romeo + Julia und The Hours. Bei Woyzeck war das Buch scheußlich und der Film grottenschlecht gamacht (die Hauptrolle spielt übrigens Klaus Kinski). Was vom Tage übrig blieb ist an und für sich eigentlich eine ganz gute Verfilmung, weil sie sich stark an die Vorlage hält – leider aber auch was die Langeweile angeht. Zu The Hours habe ich das Buch nicht gelesen, der Film war aber sehr bewegend (sein Minuspunkt: leider hat er ein voraussehbares Ende). Zu den beiden Romeo und Julia-Verfilmungen komme ich später noch.

Games total verfilmt

Ein aktuelles Beispiel für eine Game-Verfilmung ist Max Payne, ein Streifen, bei dem die Meinungen weit auseinanderklaffen, der für die meisten Zocker aber eher enttäuschend war. Schließlich wurden entscheidende Elemente des Games weggelassen und nur in den Trailer eingebaut.

Noch aktueller, aber keine Real-Verfilmung ist Resident Evil: Degeneration, die animierte Fortsetzung des Games Resident Evil 4. Leider ist die Umsetzung enttäuschend, die – gerade durch die Animation – zur Verfügung stehenden Mittel bleiben ungenutzt und es gibt kaum richtiges Geballer. Der absolute Tiefschlag ist jedoch die Abwesenheit verschiedener Monster. Gerade einmal zwei verschiedene Sorten gibt es im Film; da hat das Spiel deutlich mehr zu bieten. Gleiches gilt auch für die Real-Verfilmungen die Game-Reihe, die mir aber dennoch besser gefällt als der animierte Film.

Tomb Raider als Spiel finde ich persönlich weniger dolle, die Filme dafür um so mehr. Mit Angelina Jolie wurde hier die perfekte Besetzung gefunden.  Die Filme lassen viele Männerherzen ja sowieso schon durch die äußere Erscheinung der Hauptdarstellerin höher schlagen, aber auch Freunde von Action und Geballer kommen auf ihre kosten. Außerdem schaffen es die Filme dem eher faden Spiel Leben einzuhauchen und den Protagonisten eine Geschichte zu geben.

Hitman habe ich nicht gespielt, der Film war O.K.. Timothy Olyphant passte bisher leider in keine Rolle, in der ich ihn gesehen habe; auch nicht in die des Hitman.

Dann gibt es da noch die Sparte von Uwe Boll, der als Vorreiter der Game-Verfilmungen betrachtet werden kann: hier wären zum Beispiel Postal, FarCry, Doom oder Schwerter des Königs. Nur den letztgenannten habe ich gesehen und kann nicht behaupten, begeistert gewesen zu sein – beim besten Willen nicht.

2010 dürfte sich dann eine große Fangemeinde ins Kino begeben, wenn die Verfilmung von Prince of Persia (PoP) anläuft; ich gehöre allerdings nicht dazu.

Wahre Begebenheiten total Verfilmt

Aus dieser Sparte fallen mir aus 2008 als erstes 21 und The Bank Job ein. Verfilmungen wahrer Begebenheiten bieten oft den Anreiz, dass die Geschichten, auf denen sie basieren, dem Zuschauer unglaublich vorkommen – und so trotzdem realitätsfremd scheinen. Beide dieser Verfilmungen haben mir gefallen, 21 etwas besser. Dadurch, dass die Rollen auf echten Personen beruhen, kann man sich teils leichter in sie hieneinversetzen und Sympathie aufbauen, weil es keine unantastbaren Helden sind; im Gegenteil – sie könnten nebenan wohnen. Außerdem sind solche Verfilmungen teilweise Anerkennungen oder sogar Würdigungen der (teils unglaublichen) Leistungen, die so ein “Otto Normal” erbracht hat.

Ein älterer Vertreter des Genres ist ein schwarz-weißer Zweiteiler, in dem es – wie auch in The Bank Job – um einen Raub geht: Die Gentremen bitten zur Kasse. Dieser Film ist weniger realitätsfremd, aber gut umgesetzt und dreht sich insofern um einen Mythos, als das der Kopf der Gaunerbande als einziger nicht gefasst wurde und den Film womöglich sogar gesehen hat… Letzteres ist in diesem speziellen Fall natürlich noch eine sonderbar-witzige Zugabe.

Ebenfalls sehr gelungen und etwas fantastisch in Bezug auf die Realitätsnähe: Catch me if you can.

Geschichte total Verfilmt

Mit der Geschichte sind hier keine Geschichten gemeint, sondern die Historie. Auch früher gab es schon Filme über Könige, Schlachten und Kriege, deren Anteil in der Filmlandschaft ist innerhalb der letzten Jahre allerdings merklich angestiegen, da auch Hollywood angefangen hat, auf Epen und die Geschichte zu bauen.

So ereilten uns neben epischen Streifen wie Troja oder Alexander auch sehr viele Filme, die im ersten und zweiten Weltkrieg spielen. In diese Kategorie fallen zum Beispiel Der rote Baron, Merry Christmas, Der Untergang, Flags of our Fathers, Letters from Iwo Jima und ganz aktuell Operation Valküre und Inglorious Basterds.

Troja zählte zu den Vorreitern der aktuellen Filme dieser Art und ich fand ihn gut. Alexander war schwächer, allerdings kann ich ihm trotzdem mehr abgewinnen als manch anderer.

Von den oben genannten Filmen rund um die beiden Weltkriege habe ich nur Der Untergang gesehen, den ich ebenfalls gut in Erinnerung behalten habe und dem Bruno Ganz eine Glanzleistung abgelegt hat. Ganz großes, sehr bewegendes, toll umgesetztes, Kino bieten in dieser Sparte Schindlers Liste und Der Pianist. Egal wie oft die Filme noch sehe, ich werde immer wieder heulen.

Die Bannung von Geschichte auf Filmrolle mischt sich teils mit dem nächsten Thema: Sagen und Mythen. Im Epos Gladiator, zum Beispiel, wurde die Rolle des Protagonisten aus zwei verschiedenen realen Personen zusammengesetzt, um der Handlung und der Aussage des Films gerechter zu werden. Historische Lücken sind mit sagenumwobenen Flickstücken nunmal ansprechend auszukleiden – und was sollte man dagegen sagen?

Sagen und Mythen total verfilmt

Wie bei den Verfilmungen der Geschichte handelt es sich auch hier um nichts Neues. Sagen wie die Niebelungen wurden schon früh verfilmt oder Götter und besondere Sterbliche auf die Reise geschickt, um heldenhafte Taten zu vollbringen.

Ein Meisterwerk, was den Epos/Mythos angeht, ist für mich Hero mit Jet Li als Attentäter. Die Umsetzung in Bilder ist farbenprächtig und atemberaubend und nutzt die chinesische Mystik sehr schön aus. Sowieso schwimmen die Chinesen in dieser Sparte mit an der Spitze, da ihre Geschichte unglaublich viel Stoff für derartige Umsetzungen bietet. Einen weniger Gelungegenen Film aus dem selben Land, allerdings mit Jackie Chan in der Hauptrolle, ist Der Mythos. Hier mischt sich die komische Ader des Schauspielers mit der Sage und der Realität und diese Mischung trägt nicht positiv zum Mythen-Feeling bei. Schlecht ist der Film aber trotzdem nicht.

Comics total verfilmt

Eine Bemerkung vorneweg: ich habe weder als Kind noch jetzt Comics gelesen und kann deren ganze Verfilmungen daher nur unabhängig von ihrer Grundlage beurteilen. Ansonsten ergibt sich hier natürlich eine ähnliche Situation wie bei der Verfilmung von Büchern: die ins Kino gelockten Fans haben ziemlich genaue Vorstellungen von ihren Helden und diese gilt es natürlich, nach Möglichkeit, nicht zu enttäuschen.

Von Batman (& Robin) gibt es so einige Verfilmungen, die nicht der aktuellen Zeit entspringen und die habe ich mir auch nicht angesehen, weil sie mir irgendwie zu bunt sind. Die neuen Batman-Teile, Batman Begins und The Dark Knight sind super.Düster statt comicmäßig mit “Boom”- oder “Splash”-Einblendungen, sind sie weniger Fremd und passen besser in unsere Zeit.

Ein Film, der mir gut gefallen hat, wobei ich damit relativ allein dastehe, ist Catwoman. Daredevil und Elektra fand ich ebenfalls nicht so schlecht wie die Allgemeinhet, trotzdem aber eher schwächer. Von den älteren Filmen ist die Superman-Reihe auf jeden Fall kultig (hab aber nur die ersten 3 gesehen). Mit Superman Returns wurde sie fortgesetzt, aber auch diesen fünften Teil habe ich nicht gesehen. Dann gibt es da ja noch eine ganze andere Reihe in letzter Zeit erschienener (Marvel-)Comics: Fantastic 4, Fantastic 4 – Rise of  the Silver Surfer, Iron Man, Spider-Man 1-3, Der unglaubliche Hulk 1 & 2, WANTED, usw..

Fantastic 4 fand ich mal ganz nett, aber die Rangliste seines Genres führ der Film bei weitem nicht an, weshalb ich mir den zweiten Teil geschenkt habe; villeicht kriege ich ihn ja irgendwann mal zufällig in die Finger und denke mir dann “Warum nicht?”, das ist aber nicht sehr wahrscheinlich. Die Hulk-Teile kenne ich nicht. Iron Man fand ich super. Spider-Man ist ebenfalls ein super Film, mit dem Aufsteigen der Zahl hinter dem Titel baute die Reihe allerdings immer mehr ab. Schade, aber das ist nunmal die Hauptgefahr von Fortsetzungen. Ebenfalls super gefallen hat mir WANTED.

Jetzt fällt mir gerade ein, dass es da doch noch eine Ausnahme gibt, was das Lesen von Comics betrifft: Asterix. Als ich in Frankreich war, habe ich – aus Langeweile – extrem viele davon gelesen und die gibt es ja auch als (Zeichentrick-)Filmreihe. Mein Favourit ist hierbei Asterix bei den Briten, gefolgt von Asterix erobert Rom. Der schwächste Film ist in meinen Augen Asterix: Operation Hinkelstein. Aber auch hier gibt es ja eine Neuauflage: Asterix und die Wikinger. Den habe ich allerdings noch nicht gesehen: aus Protest.

Die Aktuellste Comicverfilmung wäre dann auch noch zu benennen: The Spirit. Hierzu komme ich allerdings gleich noch unter der Überschrift der Graphic Novels.

Graphic Novels total verfilmt

Hier ist das Maß aller Dinge ganz klar Sin City. Mit Frank Millers Regiedebut, der Kooperation mit Robert Rodriguez und Gastregisseur Quentin Tarantino, brach die Ära dieser Art von Verfilmung an. Das ist jetzt gut drei einhalb Jahre her und es folgten 300 und The Spirit, bald wird Watchmen in unseren Kinos zu sehen sein, nächstes Jahr soll Sin City 2 anlaufen.

In Sin City gelang den Regisseuren eine 1:1-Umsetzung der Vorlage, was wirklich faszinierend und erstaunlich ist. Der komplett vorm Greenscreen abgedrehte Film trumpht mit Charaktertiefe, Abwechsung und interessanten Überschneidungen parallell ablaufender Stories auf, was seither in keiner solcher Verfilmung widerholt wurde. Außerdem ermutigte dieser Film zum Film Noir: auch in anderen Sparten.

In 300 nahm dann Zack Snyder die Regie in die Hand und schuf einen Film, der sich ebenfalls durch eindrucksvolle Bilder auszeichnet. Hier allerdings nicht durch farbliche Akzente vor schwarz-weißer Kulisse, sondern durch ge- bzw. übersättigte Farben. So war 300 immernoch innovativ und kein Abklatsch von Sin City oder etwa Troja, der auch mit Sparta zu tun hatte und in dem der Feind vom Wasser her anrückte.

The Spirit ist kein schlechter Film, aber eher enttäuschend, da man viele Elemente aus der Verfilmung der Will Eisner-Comics schon kennt – aus Sin City. Außerdem schafft der Film keinerlei tiefgründige Charaktere, ist in dieser Beziehung recht wirr und chaotisch.

Auf die Watchmen-Adaption Zack Snyders ist die Fangemeinde der Reihe schon ungeheuer gespannt, in anderthalb Monaten werden wir dann sehen, wie Miller seinen neuesten Streich umgesetzt hat.

Serien total verfilmt

Akte X, Sex and the City, 24; alle finden sich nun auf den Kinoleinwänden dieser Welt wieder, nachdem die entsprechenden Serien hohe Einschaltquoten brachten. Da ich keine dieser Serien jemals geguckt habe, habe ich mir auch die Filme nicht angesehen. Am ehesten würde ich dann wohl doch noch 24 angucken. Sex and the City interessiert mich überhaupt nicht und Akte X auch herzlich wenig.

Jedenfalls werden wir ja noch sehen (und zwar wohl oder übel), welche Serien es in nächster Zeit ebenfalls vom TV-Screen auf die Kinoleinwand schaffen.

Filme total verfilmt

Auch Filme dienen als Filmvorlagen, die zweiten Aufgüsse sind uns teils als Remakes bekannt. Auch in dieser Sparte boomt es, da die Macher bei älteren Vorlagen oft darauf spekulieren, dass das jüngere Publikum die Vorlage nicht kennt und so unvoreingenommen ist, während sich diejenigen, die den Basisstoff kennen, den Film aus Neugierde anschauen.

Ein aktuelles Beispiel ist Death Race, die Neuauflage des Death Race 2000 mit Sylvester “Sly” Stallone. Im Remake gibt Jason Statham den Hauptdarsteller in einem extremen Mario Kart-Rennen, das mir echt gut gefallen hat.

Ein absolut unnötiges (1:1)-Remake ist, in meinen Augen, Quarantäne, der amerikanische [•Rec]-Aufguss. Dass es den amerikanern nicht peinlich ist, ein Remake nur deshalb zu produzieren, damit sie den Spaniern einen Teil deren Ruhmes ablaufen können, zeugt von deren Selbstüberschätzung und Hochmut. Deshalb habe ich mir das Remake auch überhaupt nicht angesehen.

Funny Games habe ich nicht gesehen, aber das Remake, Funny Games U.S., hätte man sich wirklich sparen können. Zwei (in vielerlei Hinsicht) blasse Sadisten auf einem unnötigen und unerklärten Trip der sinnlosen Gewalt, den die Welt nun wirklich nicht gebraucht hätte.

Wie bei den Buchvorlagen schon angekündigt, jetzt noch zu Remeo + Julia, der Shakespeare-Umsetzung Baz Luhrmanns. Eine modernisierte, rasante und peppige Version der Schullektüre wird dem Zuschauer hier präsentiert. Luhrmann behält den Originaltext weitestgehend bei, ergänzt ihn gekonnt und kreiert so einen sehr stimmigen und gelungenen Film, den ich mir immer wieder gerne ansehe. Der ältere der beiden Filme, Romeo und Julia von 1968, hält sich an die Vorlage und ist dementsprechend langweilig. Dieses Filmpaar ist also ein sehr gutes Beispiel für ein gelungenes Remake, das seinen Zweck erfüllt: den alten Stoff in die aktuelle Zeit überträgt und so aufbereitet, dass er wieder schmackhaft wird.

Ein zweifach kopierter Film, bei dem die Qualität quasi exponentiell abgenommen hat, ist Es geschah am hellichten Tag. Das Original mit Heinz Rühmann und Gerd Fröbe bleibt unerreicht. Der gleichnamige Film mit Joachim Król kommt zwar nicht an ihn heran, aber dennoch gut. Und dann kamen die Amerikaner auf die Idee, den Stoff mit Jack Nicholson in der Hauptrolle und dem Titel Das Versprechen zu verfilmen: eine schlechte Idee, die sowieso nicht funktionieren konnte. Amerikanisiert, hysterisch und übertrieben ist der Film, bei dem Dürrenmatt bestimmt im Grab rotierte.

Bleiben wir also einmal bei Verfilmungen, die die Amerikaner sich besser hätten sparen sollen: Der rosarote Panther mit Steve Martin als Chefinspektor Jecques Clouseau. Der einzige wahre Clouseau ist Peter Sellers und der wird es auch immer bleiben. Im Ernst: was haben sich die Macher nur dabei gedacht, einen weißhaarigen Ami mit schwarzem affigen Bart in eine französische Polizeiuniform zu stecken und ihn als Jacques Clouseau auftreten zu lassen? Die Neuauflage bringt vorhersehbare und flache Gags am laufenden Band, der Inspector ist einfach nur ein Trottel – sonst nichts. In den alten Filmen gab es noch eine Handlung und zwischenmenschliche Aspekte und die Gags waren witzig. Heute laufen Steve Martin und Jean Reno in wandfarbenen Tarn-Overalls mit Teddyohren durchs Bild und man fragt sich ernsthaft, was das denn eigentlich soll. Und überhaupt: was hat Jean Reno sich dabei gedacht?! In Kürze erscheint der zweite Teil – mit einem Staraufgebot (die Leute scheinen das Geld wirklich zu brauchen); Prost, Mahlzeit!

Fazit

Es gibt schon ein breites Spektrum an Auswahlmöglichkeiten für auf irgendeiner festen, schon bestehenden, Basis beruhende Filme. Gerade in den letzten Jahren ist der Pool von Möglichkeiten angewachsen und es wurden und werden kräftig Ideen abgeschöpft. Deibei kommen zwar nicht nur Glanzstücke auf die Leinwand, aber es sind doch einige gute Streifen und sogar einige Juwelen unter den total verfilmten Filmen.


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05.05.09 - Walzer mit Bashir
12.05.09 - Im Winter ein Jahr
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